Rund 75.000 Menschen haben in der chilenischen Hauptstadt Santiago gegen die soziale Ungleichheit und die hohen Kosten für Transport, Gesundheit und Bildung protestiert.

Sie zogen am Freitag größtenteils friedlich zur Plaza Italia im Zentrum der Metropole. Laut einem Bericht der Zeitung „La Tercera“ war es die zweitgrößte Demonstration bei den seit Wochen andauernden Protesten. Vermummte stürmten unterdessen ein historisches Gebäude der Universität Pedro de Valdivia und steckten es in Brand. Daneben plünderten gewalttätige Demonstranten eine Kirche und errichteten Barrikaden aus dem Mobiliar.

Lange galt Chile als Hort der Stabilität in Südamerika. Allerdings gibt es im reichsten Land der Region hohe Einkommensunterschiede. Vor allem Bildung und Gesundheitsversorgung sind sehr teuer. Die heftigen Proteste entzündeten sich letztendlich an einer geringfügigen Erhöhung der Metro-Preise.

Viele der Demonstranten fordern nun aber auch eine Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftsmodell und eine grundlegende Reform der Verfassung, die noch aus der Zeit der Militärdiktatur von Augusto Pinochet stammt. Wegen der massiven Proteste sagte die Regierung den Asien-Pazifik-Gipfel und die Weltklimakonferenz ab.