Donald Trump ist nie um einen pietätlosen Spruch verlegen. Bei einem Besuch in Frankreich im Jahr 2018 hat sich der US-Präsident aber selbst für seine Verhältnisse überaus geschmacklos geäußert. Wie The Atlantic berichtet, wollte Trump den Aisne-Marne American Cemetery, einen Friedhof in der Nähe von Paris, auf dem amerikanische Soldaten liegen, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, nicht besuchen. Der Grund: „Warum sollte ich den Friedhof besuchen? Er ist voll mit Verlierern (Loser)“, sagte Trump. Die US-Zeitschrift beruft sich in dem Artikel auf vier Personen mit Wissen aus erster Hand.

Trump bezeichnet Soldaten als „sucker“

In einem anderen Gespräch während des Trips bezeichnete Trump die über 1800 gefallenen amerikanischen Soldaten als „sucker“, was so viel bedeutet wie Trottel. Wie erwartet dementiert Trump die Vorwürfe. Was das Dementi – neben den vier Personen, die die Aussagen gegenüber The Atlantic bestätigt haben – wenig glaubhaft erscheinen lässt, ist, dass es nicht der erste Vorfall ist, bei dem der Präsident wenig Respekt vor Soldaten zeigt.
2015, als Trump sich im Vorwahlkampf um die republikanische Nominierung als Präsidentschaftskandidat befand, sagte er über den mittlerweile verstorbenen, damaligen US-Senator John McCain, der sechs Jahre in Kriegsgefangenschaft war und gefoltert wurde: „Er ist kein Kriegsheld. Ich mag Menschen, die sich nicht haben gefangen nehmen lassen, okay.“

Trump schnitt 2016 gegen Clinton gut beim Militär ab – ändert sich das gegen Biden?

Trotz dieses Vorfalls, der damals auch viele Republikaner schockierte, bei denen McCain lange Zeit sehr angesehen war, schnitt Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016 gegen Hillary Clinton bei Soldatinnen und Soldaten und Veteranen gut ab. Laut Exit Polls bekam er 61 Prozent der Stimmen der Veteranen, Clinton nur 34. Und das, obwohl Trump selbst nie gedient hat. Das ist bei ihm eine Art Familientradition: Sein Großvater zog Ende des 19. Jahrhunderts wegen des Wehrdiensts aus Deutschland in die USA. Sein Vater war auch nie beim Militär.
Trumps Beliebtheit bei Angehörigen des Militärs könnte sich bei der Wahl in diesem November gegen den demokratischen Kontrahenten Joe Biden aber ändern. Laut einer Umfrage der Military Times in Kooperation mit der Syracuse University würden im Moment 41 Prozent der aktiven Soldatinnen und Soldaten Biden wählen, 37 Prozent Trump. 49,9 Prozent der Befragten haben ein unvorteilhaftes Bild vom Präsidenten, 42 Prozent haben eine „starke“ Abneigung ihm gegenüber.

Trump ruft Wähler dazu auf, zweimal zu wählen

Der Bericht von The Atlantic war nicht die einzige negative PR für Trump. Sein Aufruf an seine Wähler, per Brief zu wählen und dann am Wahltag nochmal, wurde von vielen US-Bundesstaaten kritisiert: Es sei schlicht illegal.