UN-Bericht UN: Fortschritte im Kampf gegen den Hunger

Berlin / André Bochow 12.10.2018

Bärbel Dieckmann ist es wichtig, das Positive zu betonen. Die Präsidentin der Welthungerhilfe hebt deshalb erst einmal hervor, dass im Vergleich zum Jahr 2000 der Hunger in der Welt deutlich zurückgedrängt werden konnte. Die Index-Werte, zu denen der prozentuale Anteil der Unterernährten an der Gesamtbevölkerung oder die Kindersterblichkeitsraten gehören, sind gesunken – um 28 Prozent.

Aber: „Die jüngst gestiegene Zahl der Hungernden auf 821 Millionen Menschen zeigt, dass der Trend aktuell in die falsche Richtung geht.“ Dieckmann bezieht sich hier auf Zahlen der UN-Ernährungsorganisation. Im Vergleich: 2015 waren es 777 Millionen Hungernde. Eigentlich hat sich die internationale Gemeinschaft vorgenommen, das „Null-Hunger-Ziel“ in zwölf Jahren zu erreichen. „Wenn das Tempo bei der Bekämpfung des Hungers gleich bleibt, wird es 50 Ländern nicht gelingen den Hunger bis 2030 abzuschaffen.“

Auch beim Blick auf einzelne Länder zeigen sich gegenläufige Tendenzen. Große Fortschritte gibt es in Angola, Ruanda, Äthiopien, Myanmar und in Bangladesch. In 16 Ländern mit einer „ernsten Ernährungslage“ gibt es dagegen keine Verbesserungen oder sogar Rückschritte.

Aus vielen Ländern fehlen Daten

Vor allem in Afrika südlich der Sahara nimmt der Hunger in einigen Ländern zu. Am schlimmsten ist es in der der Zentralafrikanischen Republik. Es ist das einzige Land, in dem die Hungersituation als „gravierend“ bezeichnet wird.

Allerdings gibt es sieben Ländern, aus denen  keine vollständigen Daten vorliegen. Es handelt sich um Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Libyen, Somalia, Südsudan und Syrien. Gerade in diesen Ländern ist die Ernährungslage oft prekär, wie Berichte zeigen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) spricht mit Blick auf die Zahlen von einem „Skandal“. Schließlich seien „Wissen und die Technologie für eine Welt ohne Hunger“ vorhanden. „Die Voraussetzungen sind in vielen Ländern gut. Aber immer häufiger sind gewaltsame Konflikte der Grund für Hunger. Der Welthungerindex stellt zu Recht heraus, dass Hunger, Flucht und Vertreibung eng zusammenhängen.“ Auf einen anderen Zusammenhang verweist der grüne Fraktionschef im Bundestag, Anton Hofreiter: „Durch ungerechte Wirtschaftsbeziehungen kann die afrikanische Wirtschaft nicht mithalten, und es werden Arbeitsplätze und Entwicklungschancen vor Ort zerstört“, sagt er.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel