Groß-Britannien Polizei erwartet Unruhen nach Brexit

Derzeit gibt es an der Grenze zu Nordirland keine Kontrollen. Das würde sich mit dem Brexit ändern.
Derzeit gibt es an der Grenze zu Nordirland keine Kontrollen. Das würde sich mit dem Brexit ändern. © Foto: afp/Paul Faith
Großbritannien / dpa/afp 11.09.2018
Die britische Polizei bereitet sich im Falle eines harten Brexit auf Unruhen vor.

Dies in der Zeit zwischen drei Monaten vor und drei Monaten nach dem britischen Ausscheiden aus der EU, das am 29. März kommenden Jahres stattfinden soll. Er sei „froh, dass die Polizei und andere Experten dies prüfen und darüber nachdenken, was im Falle eines Szenarios ohne Abkommen passieren könnte“, sagte Innenminister Sajid Javid der BBC.

Er rechne nicht mit einem harten Brexit, „aber wir müssen uns für alle Eventualitäten wappnen“. Eine Vertreterin der Labour-Partei sprach von einem „Albtraum“: Ein Brexit ohne Abkommen mit der EU „würde Großbritannien an den Rand des Abgrunds bringen“, sagte Louise Haigh.

Sorge vor Terrorismus, organisierter Kriminalität und Unruhen

Der Chef der nordirischen Polizei hat für den Fall einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen zur Republik Irland im Zuge des Brexits vor drastischen Konsequenzen gewarnt. In einem Interview der „Sunday Times“ wies Chief Constable George Hamilton auf die Gefahr von Angriffen militanter Katholiken auf Grenzposten hin. Auch Schmuggel, der die „Lebensader der organisierten Kriminalität und des Terrorismus“ sei, könnte sprunghaft ansteigen.

Seine Forderungen nach mehr Mitteln, um im Ernstfall Terrorismus, organisierte Kriminalität und Unruhen zu bekämpfen, seien von der Regierung in London jedoch ignoriert worden, klagte Hamilton. „Es gibt ein Gefühl, dass die Unruhen und der Konflikt in Nordirland erledigt sind und wir uns keine Sorgen mehr darüber machen müssen, dabei arbeiten wir in Wirklichkeit Tag und Nacht daran, den Deckel drauf zu halten“, sagte Hamilton.

Streitpunkt Grenzkontrollen

Wichtigster Streitpunkt bei den Brexit-Verhandlungen ist die Gestaltung der künftigen Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Sollte keine Lösung gefunden werden, müssten dort vom 29. März 2019 an Grenzkontrollen stattfinden.

Vor allem für viele katholische Nordiren, die die politische Teilung der Insel ablehnen, ist das nicht akzeptabel. Offene Grenzen zum Süden gelten als wichtiger Bestandteil des Karfreitagsabkommens, mit dem der blutige Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten vor 20 Jahren beendet wurde.

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