Immerhin: Zumindest mit Südkorea setzt der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un weiter auf Aussöhnung. In seiner Neujahrsansprache kündigte er an, dass er mit dem Nachbarn 2019 noch stärker kooperieren wolle. Und vielleicht könnte es tatsächlich schon bald einen – wenn auch bescheidenen – Grenzverkehr zwischen den beiden Staaten geben, die seit dem Ende des Koreakriegs vor nunmehr 65 Jahren nie offiziell Frieden miteinander geschlossen haben. Das sind die großen Erfolge von 2018. Doch was Nordkoreas Verhältnis zu den USA betrifft, sieht es weiter düster aus.

Denn die Trump-Regierung denkt offenbar, sie muss dem Regime in Pjöngjang nur wirtschaftliche Konzessionen in Aussicht stellen, dann werde Nordkorea schon nuklear abrüsten. Doch das ist deutlich zu kurz gedacht. Denn abgesehen davon, dass für den nordkoreanischen Machthaber ein solches Angebot auch schon unter Trumps Vorgängern nicht akzeptabel war – das Vertrauen des Kim-Clans gegenüber den Vereinigten Staaten ist einfach nicht groß genug, um sich für ein bisschen Wirtschaftshilfe den Status einer Atommacht nehmen zu lassen. Für Kim ist dieser Status eine Lebensversicherung.

China, Südkorea und den meisten Ländern in Ostasien ist schon lange klar: Dauerhafter Frieden auf der koreanischen Halbinsel ist nur in Aussicht, wenn dem ein langer Prozess schrittweiser Annäherung vorausgeht. Einen plötzlichen Durchbruch wird es mit dem Kim-Regime nicht geben.

Für jemanden wie Trump, der es nicht gewohnt ist, langfristige Politik zu betreiben,  mag ein solcher Prozess zu mühselig sein. Nur dann wird es eben auch leider zu keiner Lösung kommen.