Der Weg für einen „Superpräsidenten“ Wladimir Putin in Russland ist nun fast frei. Am Donnerstag beginnt die Abstimmung über die größte Verfassungsänderung der russischen Geschichte, die Kremlchef Wladimir Putin die Macht sichern soll

Kritik: Abstimmung ist illegal

Das umstrittene Referendum ist für den 1. Juli angesetzt, aber die Menschen haben schon sieben Tage vorher die Gelegenheit ihre Stimme abzugeben. Die Opposition wirft Präsident Putin einen Verfassungsumsturz vor, um sich weiter an der Macht zu halten. Ohne diese Verfassung müsste er 2024 abtreten - mit ihr kann er bis 2036 regieren. Kritiker halten die Abstimmung für illegal und kritisieren zudem, dass der Kreml die Menschen in der Corona-Pandemie unnütz einer Gefahr aussetze

Fast unbegrenzte Machtbefugnisse

Bereits Mitte März äußerte sich der 67-Jährige in einer Rede zu seiner Zukunft. Das Land brauche einen starken Manager in Krisenzeiten. Und er zeigte sich bereit, über 2024 hinaus als Präsident zu arbeiten. Laut aktueller Verfassung wäre dann eigentlich Schluss gewesen für ihn. Doch die Abgeordneten - mit Ausnahme der Kommunisten - beschlossen nun im Eiltempo eine neue Verfassung. Der Präsident erhält damit bisher nie gekannte Machtbefugnisse. Und weil es praktisch ein neues Amt eines „Superpräsidenten“ ist, soll auch Putin die Chance haben, sich darauf zu bewerben. Seine bisherigen vier Amtszeiten seit 2000 werden nicht gezählt, wie das Parlament beschloss.