Bundesaußenminister Heiko Maas sowie der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell wollen die anderen Minister in Brüssel über Details der Einigung des Gipfels vom Sonntag informieren. Die in den Bürgerkrieg in Libyen verwickelten Staaten hatten sich auf die Einhaltung eines UN-Waffenembargos und zu einem Ende der militärischen Unterstützung für die Konfliktparteien verständigt.

Zudem sollen internationale Anstrengungen zur Überwachung des Waffenembargos verstärkt werden, heißt es in einer Erklärung von 16 Staaten und Organisationen. Gefordert wird eine umfassende Demobilisierung und Entwaffnung der Milizen. Verletzungen eines Waffenstillstandes sollen sanktioniert werden. Borrell könnte am Montag Vorschläge machen, wie die EU die Berliner Beschlüsse unterstützen könnte.

Neben Libyen wollen die Außenminister unter anderem auch über die zunehmende Gewalt in der Sahelzone sowie die jüngsten Spannungen im Nahen Osten beraten. Nachdem die USA Anfang des Jahres einen iranischen Top-General getötet hatten, kündigte Teheran an, sich weiter aus dem Atomabkommen von 2015 zurückzuziehen. Die europäischen Vertragspartner Deutschland, Frankreich und Großbritannien lösten daraufhin den Streitschlichtungsmechanismus des Abkommens aus. Damit versuchen sie, das Abkommen zu retten. Die EU-Staaten stehen geschlossen hinter dem Deal.