Es ist selbst im Jahre drei seiner Amtszeit und ein knappes Jahr vor seiner möglichen Wiederwahl nicht erkennbar, dass Donald Trump sich von mehr steuern lässt als von der eigenen Intuition; ohne Rücksicht auf die eigenen Verbündeten, ohne Abstimmung mit dem eigenen außenpolitischen Apparat.

Bagdad/Washington

Nun hat er, das Bild seines mutmaßlichen demokratischen Herausforderers Joe Biden ist völlig zutreffend, mit der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Soleimani, eine Dynamitstange in ein Pulverfass geworfen. Das iranische Regime, das an der Zuspitzung der Lage nicht unschuldig ist, muss nun selbst an der Eskalationsschraube weiter drehen.

Teheran wird auf den US-Schlag in irgendeiner Weise reagieren

Es ist der vorläufige Klimax einer Entwicklung, die mit der Kündigung des Iran-Atomabkommens durch Donald Trump begann. Das Abkommen bot einen Ansatz, den Iran in die Staatengemeinschaft zurückzuholen. Seit der Kündigung, verbunden mit Wirtschaftssanktionen, geht die Spannungskurve nur nach oben. Teheran wird nicht in gleicher Weise auf den US-Schlag reagieren können. Sein Potenzial aber ist groß genug, um Nadelstiche zu setzen. Man muss mit noch Schlimmerem rechnen.