Die Auftaktveranstaltung zum US-Wahlkampf findet seit 1972 in Iowa statt. Nach gewaltsamen Protesten gegen den Vietnamkrieg beim Parteikonvent in Chicago vier Jahre zuvor krempelten die Demokraten das Format für ihre Vorwahlen komplett um.

Andere auf ihre Seite bringen

In 1678 Wahlbezirken werden sich eingetragene Demokraten und Republikaner bei informellen Nachbarschaftstreffs versammeln. Kandidaten, die weniger als 15 Prozent der Stimmen erhalten, scheiden in dem betreffenden Bezirk aus. Es wird weiter debattiert, und Wähler versuchen, andere für ihre Seite zu gewinnen. Eine letzte Abstimmung führt dann zum Ergebnis.

2016 nahmen nur 30 Prozent der registrierten Demokraten und Republikaner an den Wählerversammlungen teil. Dass der Sieger in Iowa nicht immer die Nominierung gewinnt, bewies Präsident Donald Trump, der vor vier Jahren dem texanischen Senator Ted Cruz unterlag. 2012 und 2008 hatten Rick Santorum und Mike Huckabee gewonnen. Die Spitzenkandidaten hießen aber schließlich Mitt Romney und John McCain. Bei den Demokraten hatte 1992 der Iowa Senator Tom Harkin in seinem Heimatstaat die Nase vorn, ging aber sang- und klanglos unter, Bill Clinton wurde Präsidentschaftskandidat. Die Abstimmung in Iowa steht durch die überproportionalen Bedeutsamkeit, die sie im Kandidatenrennen faktisch erhält, regelmäßig in der Kritik. Hoffnungsvolle Karrieren endeten hier schon frühzeitig.

Ergebnis mit Schlüsselfunktion

In diesem Jahr hat das Ergebnis eine weitere Schlüsselfunktion. Experten meinen nämlich, dass sie Aufschluss darüber geben werden, inwieweit das Wahlsystem sicher ist gegen Cyber-Attacken. Wichtig ist auch, dass obwohl Iowa nur vier Prozent der Delegierten stellt, die für die Nominierung notwendig sind, das Ergebnis jenen Demokraten, die am besten abschneiden, Auftrieb für die nächsten Vorwahlen geben wird.

Fahrplan zur US-Wahl 2020