Tel Aviv / DPA

Ein Haus nordöstlich der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist nach Polizeiangaben direkt von einer Rakete getroffen worden. Dabei wurden in der Ortschaft Mischmeret nach Angaben von Sanitätern sieben Menschen verletzt, unter ihnen auch drei Kinder.

Abschuss aus dem Gazastreifen

Das Haus wurde der Polizei zufolge schwer beschädigt und ging in Flammen auf. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen festgestellt. In der israelischen Gemeinschaftssiedlung habe es kurz vor dem Einschlag Raketenalarm gegeben. Israel ordnete nach dem Raketenangriff die Schließung der Grenzübergänge in den Gazastreifen und die Einschränkung der Fischereizone vor der Küste an.

Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoss so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt. Mischmeret ist gut 100 Kilometer von dem Palästinensergebiet entfernt.

Israelischer Regierungschef verkürzt US-Reise

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will angesichts des Raketenbeschusses seine US-Reise verkürzen. „Es gab hier einen bösartigen Angriff auf den Staat Israel, und wir werden mit Nachdruck reagieren“, sagte er am Montag nach Angaben seines Büros. „Angesichts der sicherheitspolitischen Vorfälle habe ich beschlossen, meinen Besuch in den USA zu verkürzen.“ Er wolle direkt nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückreisen, „um unsere Aktionen aus der Nähe zu leiten“.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Donnerstag nach Angaben der israelischen Armee mindestens zwei Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert.

Kinder unter den Verletzten

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom waren unter den Verletzten auch drei Kinder - ein Baby, ein dreijähriges Kleinkind und eine Zwölfjährige. Eine 60 und eine 30 Jahre alte Frau seien unter anderem durch Raketensplitter verletzt worden. Zudem würden einige Menschen wegen Schocks behandelt. Die Polizei sperrte das Gebiet ab.

Angriff während Wahlkampf

Der überraschende Angriff erfolgte mitten im israelischen Wahlkampf, zwei Wochen vor der Parlamentswahl. Die Partei Die Neue Rechte teilte nach dem Raketenangriff mit: „Man muss ehrlich sagen: „Netanjahu ist gegenüber der (radikalislamischen Palästinenserorganisation) Hamas gescheitert. Die Freilassung von Terroristen, die Angst davor, die Häuser von Terroristen zu zerstören, die Beschwichtigungspolitik gegenüber den Raketenangriffen im Süden - all dies hat dazu geführt, dass die Hamas keine Angst mehr vor Israel hat.“

Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer bombardiert. Damals hieß es, die beiden Geschosse seien versehentlich aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

Bei einem Anschlag im Westjordanland sind ein Israeli getötet und zwei weitere schwer verletzt worden.

Konflikt verschärft sich zunehmend

Der Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. An der Grenze zu Israel kommt es wieder verstärkt zu teilweise gewaltsamen Protesten.

Am Sonntagabend hatten israelische Panzer nach Armeeangaben Hamas-Posten in dem Palästinensergebiet beschossen. Militante Palästinenser hätten zuvor Flugkörper mit Sprengsätzen nach Israel geschickt und Soldaten an der Grenze mit Sprengsätzen beworfen.

Seit Beginn der Proteste vor einem Jahr sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums an der Gaza-Grenze mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer. Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

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