Ägypten Glimpfliches Ende für zwei junge Deutsche

Berlin/Kairo / Martin Gehlen 12.01.2019

In dem Drama um die beiden in Ägypten verschwundenen jungen Deutschen zeichnet sich ein glimpfliches Ende ab. Der vor zwei Wochen in Kairo bei der Einreise festgenommene Student Mahmoud Abdel A. aus Göttingen wurde in der Nacht zu Freitag nach Deutschland abgeschoben und traf am frühen Morgen mit einer Lufthansa-Maschine in Frankfurt ein. Auch der vor knapp vier Wochen in Luxor festgenommene 18-jährige Schüler Isa S. aus Gießen soll nach ägyptischen Fernsehberichten in den nächsten Tagen nach Hause zurückkehren dürfen. Gleichzeitig kolportierten staatsnahe Medien den Vorwurf der Sicherheitsbehörden, beide Deutsch-Ägypter seien Extremisten und hätten vorgehabt, sich dem IS auf dem Sinai anzuschließen.

Der 23-jährige Göttinger wurde nach seiner Ankunft in Frankfurt ärztlich untersucht und von der deutschen Polizei befragt. Während seiner Haft in Kairo musste er nach Angaben seines Vaters die ägyptische Staatsbürgerschaft ablegen. Mahmoud Abdel A. stammt aus einer deutsch-ägyptischen Familie. Er wollte am 27. Dezember mit seinem deutschen Pass in Ägypten einreisen, um zusammen mit seinem älteren Bruder Malik die Großeltern zu besuchen. Beide studieren Islamwissenschaften in der saudischen Stadt Medina.

Seine Abschiebung in den Nachtstunden wurde von Journalisten der ägyptischen Presse minutiös dokumentiert. Sie fotografierten jeden Schritt des jungen Mannes, angefangen von der Sicherheitskontrolle über den Check-in bis zur Passkontrolle bei der Ausreise. Flugticket und Reisepass wurden ebenfalls abgelichtet und veröffentlicht. Normalerweise ist das Fotografieren hier streng verboten.

Auch von dem 18-jährigen Isa S. aus Gießen, dem nach ägyptischen Medienberichten die Staatssicherheit in Luxor ebenfalls IS-Sympathien vorwirft, kursieren seit kurzem ein aktuelles Porträtfoto aus dem Gewahrsam sowie ein Scan seines deutschen Reisepasses. Als Indizien für ihren Verdacht führt die ägyptische Seite ins Feld, der Schüler habe mehrere Karten des Nordsinai und einen Kompass mit im Gepäck gehabt sowie im Internet Kontakt zu Dschihadisten gesucht. Nach Aussage des Vaters dagegen wollte sein Sohn den hochbetagten Großvater in Kairo besuchen. Den Kompass habe er mitgenommen, um die Gebetsrichtung nach Mekka bestimmen zu können.

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