Die Grünen sind die großen Gewinner der Europawahl. Die Partei kommen erstmals bei einer bundesweiten Wahl auf den zweiten Rang, sie können über satte Zugewinne bei der Abstimmung am Sonntag jubeln.

Nach den ersten Hochrechnungen ist das erwartete Beben für die Regierungsparteien in Berlin eingetreten, mit noch nicht absehbaren Folgen für die Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Andrea Nahles (SPD). Und mit den Grünen gibt es einen klaren Gewinner.

Union wie SPD erzielten so schwache Ergebnisse wie noch nie zuvor bei einer bundesweiten Wahl. Trotzdem bleiben CDU und CSU zusammen stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten dagegen fallen auf den dritten Platz. Die EU-skeptische AfD verbessert ihr Europawahl-Ergebnis deutlich, bleibt aber hinter ihrem Resultat bei der jüngsten Bundestagswahl.

Europawahl-Ergebnis entspricht „nicht Anspruch der Union“

Die Wahl war der erste Stimmungstest für die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer seit ihrem Amtsantritt im Dezember. Sie sagte, das Ergebnis entspreche nicht dem Anspruch der Union als Volkspartei. CSU-Chef Markus Söder fordert ein strategisches Umdenken der Union: „Die große Herausforderung der Zukunft ist die intensive Auseinandersetzung mit den Grünen“, sagte Söder im Bayerischen Fernsehen.

Wahlergebnis für SPD „schmerzlich“

Die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles bezeichnete das Ergebnis als „schmerzlich“. Generalsekretär Lars Klingbeil sagte: „Das Ergebnis kann nicht ohne Folgen bleiben.“

Die Grünen im Höhenflug

Die Grünen haben es erstmals auf Platz zwei geschafft, mit einem Rekordergebnis: Den ersten Hochrechnungen zufolge liegen sie bei über 20 Prozent. Und in Bremen geht ohne die Grünen bei der Regierungsbildung nichts mehr.

„Die Partei“ holt Rekordergebnis

Die Satirepartei „Die Partei“ von Martin Sonneborn hat bei der Europawahl ein Rekordergebnis geholt. Künftig könnte sie mit bis zu drei Mitgliedern in Brüssel vertreten sein.

Hohe Wahlbeteiligung bei Europawahl

Deutlich mehr Menschen als bei der Wahl vor fünf Jahren haben sich bei der Europawahl 2019 beteiligt. Schätzungen zufolge gingen am Sonntag 59 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne. Das sind zehn Prozent mehr als 2014.

SPD geht in Bremen unter

Aus der Bürgerschaftswahl in Bremen ist die CDU einer Prognose zufolge erstmals in der Geschichte des kleinsten Bundeslandes als stärkste Kraft hervorgegangen. Die SPD erlebte ein Debakel. Mit Bremen fällt auch die letzte ihrer Hochburgen – nach 73 sozialdemokratischen Regierungsjahren.

Die SPD von Bürgermeister Carsten Sieling erhielt laut den Prognosen 24,5 Prozent, die CDU mit Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder 25,5 bis 26,5 Prozent. Zulegen konnten Grüne (18,0 bis 18,5 Prozent) und Linke (12 Prozent), die FDP kommt auf 6 Prozent, die AfD auf 5 bis 7 Prozent.

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