In der Demokratischen Republik Kongo wurde gewählt und der bisherige korrupte Machthaber Kabila wird das riesige Land nicht mehr regieren. Das ist eine gute Nachricht. Es könnte zu einem friedlichen Machtwechsel kommen. Das hat es seit dem Ende der belgischen Kolonialherrschaft im Jahr 1960 noch nie gegeben.

Es könnte sogar sein, dass tatsächlich ein demokratisch gewählter Politiker nicht nur verspricht, Präsident aller Kongolesen zu sein, sondern es auch tatsächlich wird. Die meisten der 80 Millionen Einwohner des an Rohstoffen reichen Landes wünschen nichts sehnlicher.

Aber es ist auch das furchtbare Gegenteil möglich. Chaos, noch mehr Krieg im kriegsgeschüttelten Land, noch mehr Flüchtlinge. Derzeit liegen zwei Oppositionskandidaten fast gleichauf und beanspruchen den Sieg. Der als Sieger ausgerufene, mögliche Präsident hat nur bedingt Rückhalt in der Bevölkerung. Und im Lager des scheidenden Präsidenten Joseph Kabila geht die Angst um, Pfründe zu verlieren oder gar vor Gericht gestellt zu werden. Der gierige Kabila selbst wird auf 15 Milliarden Dollar Privatvermögen geschätzt. Er hat etwas zu verlieren und wird es verteidigen wollen.

Nicht alles, aber viel wird davon abhängen, wie groß der Druck aus dem Ausland auf die politisch Mächtigen in Kinshasa sein wird. Denn am Kongo und seinen Reichtümern haben Nachbarstaaten und die sogenannte westliche Welt höchstes Interesse. Bislang wurde dieses Interesse zum Fluch. Möglicherweise wird es nun zum Segen. Ein weiterer Zerfall des Kongo nützt niemandem. Vielleicht wird diesmal wirklich alles anders. Sehr wahrscheinlich ist es nicht.