Investitionen China lockt Afrika mit Milliarden

Peking / Felix Lee und dpa 04.09.2018

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat zum Auftakt seines Afrika-Gipfels Investitionen in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung in Afrika angekündigt. Im Paket seien 15 Milliarden Dollar als „Hilfen und zinslose Kredite“ vorgesehen. Die Investitionen seien für die kommenden drei Jahre geplant. Auch sollen einige Länder von ausstehenden Schulden befreit werden. Schon jetzt ist China größter Investor in Afrika. War der Kontinent für die Chinesen in den Nuller Jahren vor allem eine Quelle für Rohstoffe, hat sich die Handelsbilanz inzwischen umgekehrt. Das heißt: In die meisten dieser Länder exportiert China mehr als es von dort importiert. Afrika ist für China damit zu einem wichtigen Absatzmarkt geworden. Mit einem Handelsvolumen von zuletzt 170 Milliarden Dollar hat China sowohl die USA als auch die EU überholt. In nur 17 Jahren hat sich Chinas Handelsvolumen mit Afrika damit mehr als verzwanzigfacht.

Zugleich haben auch Chinas Direktinvestitionen in Afrika massiv zugenommen. Fast täglich macht das Reich der Mitte mit einer neuen Großinvestition von sich reden: Chinesische Unternehmen bauen quer durch den Kontinent Straßen, Schienen und Stromleitungen. Flughäfen, Kraftwerke, Fußballstadien, Regierungsgebäude, ja ganze Städte werden mit chinesischen Geldern errichtet. Mit Nova Cidade de Kilamba soll in Angola eine fast neun Quadratkilometer große Stadt entstehen, in der Nähe der südafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg ein „Manhattan von Afrika“. Mehr als 10 000 chinesische Unternehmen sollen laut der Unternehmensberatung McKinsey in Afrika investiert haben.

Deutschlands Engagement sieht dagegen vergleichsweise bescheiden aus. Zwar stiegen die deutschen Investitionen  2016 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und betrugen 10,5 Milliarden Euro. Sie machen dennoch nicht einmal ein Prozent der deutschen Auslandsinvestitionen aus.

Bis 2020 wird Deutschland 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der vom Terrorismus gebeutelten Tschadsee-Region bereitstellen, kündigte Außenminister Heiko Maas (SPD) bei einer Konferenz zur Unterstützung der Region an.

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