Politik „Ich komme immer wieder gerne her“

Reinhold Kett begrüßt Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (links) mit einem Lied auf seiner Drehorgel vor dem Leukershausener Backhäusle. Auch die Apfelkönigin der fränkischen Moststraße Anna-Maria I. freut sich über den hohen Besuch.
Reinhold Kett begrüßt Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (links) mit einem Lied auf seiner Drehorgel vor dem Leukershausener Backhäusle. Auch die Apfelkönigin der fränkischen Moststraße Anna-Maria I. freut sich über den hohen Besuch. © Foto: Ralf Mangold
Leukershausen / Ralf Mangold 31.08.2018

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch ist für den ländlichen Raum im Ministerium zuständig und war schon öfters in der Gegend. Positiv angetan war sie von der regionalen Verwertung des Streuobsts aus der Region. „Ich komme immer wieder gerne her, da wo Baden-Württemberg beginnt.  Die Streuobstwiesen sind ein wertvolles Natur- und Kulturgut.“

In einer Besprechung im Rathaus ging es um die Förderung der baden-württembergischen Mitgliedskommunen in der fränkischen Moststraße durch „Leader“. „Aus dem Förderprogramm  wird hier auch etwas gemacht“, so die 64-jährige Tochter eines Landwirts und Weingärtners.

Bei Gesprächen mit kommunalen Vertretern und Leader-Akteuren aus der Region sagte sie zu, dass das Land ein gemeinsames Leader-Kooperationsprojekt „Fränkische Moststraße“ mit Bayern begrüßen würde.„Die Moststraße ist gut für den Tourismus über Landesgrenzen hinweg“, betonte die Staatssekretärin bei ihrer Ansprache. „Wir wollen in Zukunft miteinander noch mehr auf die fränkische Moststraße aufmerksam machen.“

Zuschüsse unbedingt abrufen

Den Kreßbergern gab sie den Tipp, im Rahmen des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum (ELR), Zuschüsse für neuen Wohnraum abzurufen. Ein ganz wichtiges Thema sei zudem der Glasfasernetzausbau. „Ich will den ländlichen Raum leistungsfähiger machen.“

Bürgermeister Robert Fischer informierte die Staatssekretärin über den dringenden Bedarf der Gemeinde an hausärztlicher Versorgung. „Das ist sicherlich ein bundesweites Problem. Wir brauchen eine Landarztquote und mehr Studienplätze“, fordert Friedlinde Gurr-Hirsch, ohne konkret auf Lösungsansätze einzugehen. Ein weiteres Anliegen Fischers war der Hinweis auf den schlechten Zustand der L 2218 und der B 14 und das Fehlen einer Ortsumfahrung Bergbronns. Zudem sei ein Radweg entlang des Autobahnzubringers dringend erforderlich. „Ihre Anliegen nehme ich mit und lege sie Verkehrsminister Winfried Hermann vor.“

Stolz präsentierte Reinhold Kett  das Bienen-Informationszentrum in Leukershausen und seine Produkte. „Hier kann man kostenlos Honig schleudern und inzwischen sogar Bienenköniginnen besamen lassen.“ Die Staatssekretärin zeigte großes Interesse an dem großen Engagement der Kreßberger. „Hier kann man zusätzliche Kompetenzen erwerben, und so hat das Thema Streuobst auch eine Zukunft. Ich verspreche nichts, aber wenn Menschen mit Ideen auf mich zukommen, werden wir eine Lösung finden.“ Die Staatssekretärin zeigte sich begeistert von den vielfältigen Produkten wie beispielsweise dem Fruchtgummi „Kreßberger Premium“. „Wichtig ist, dass lokale Produkte  in der Region auch gekauft werden.“ Zum Abschluss konnten sich alle Besucher in lockerer Runde beim leckeren Kreßberger Mostblooz mit der Staatssekretärin austauschen.

Fränkische Moststraße rund um den Hesselberg

Edles Obst begünstigt vom milden Klima wächst auf landschaftsprägenden Streuobstbäumen. In kaum einer Region Bayerns und Baden-Württembergs gehören Streuobstbestände so zum täglichen Leben der Bevölkerung wie hier.

Die 2004 gegründete „Fränkische Moststraße“ besteht aus einem Netzwerk von Moststationen, das sich über 31 Gemeinden rund um den Hesselberg, die höchste Erhebung Mittelfrankens, erstreckt. Sie reicht von Absberg in der Nähe des Brombachsees im Osten bis nach Crailsheim.

Ziel der Fränkischen Moststraße ist es insbesondere, die Bestände von Hochstamm-Obstbäumen („Streuobstwiesen“) zu erhalten und neue anzulegen. Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten der Obstbau in Deutschland hin zu Niedrigstamm-­Plantagen ging, setzt sich langsam wieder die Erkenntnis durch, welch große ökologische Bedeutung Streuobstwiesen haben.
Quelle: www.fraenkische-moststrasse.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel