HANDBALL Polens Nummer eins in Bietigheim

Die polnische Nationatorhüterin Anna Baranowska spielt künftig mit der SG BBM Bietigheim in der Bundesliga. Foto: Thomas Zober
Die polnische Nationatorhüterin Anna Baranowska spielt künftig mit der SG BBM Bietigheim in der Bundesliga. Foto: Thomas Zober
Bietigheim-Bissingen / BZ 19.04.2013
Wenige Tage nach dem feststehenden Aufstieg in die Handball-Bundesliga der Frauen verpflichtete die SG BBM Bietigheim Torhüterin Anna Baranowska vom bisherigen Zweitliga-Konkurrenten SV Union Halle-Neustadt. Sie ist Nationaltorhüterin ihres Heimatlandes.

Die SG BBM Bietigheim macht sich bereit für die Bundesliga. Nachdem der Aufsteiger kürzlich die ungarische und rumänische Nationalspielerin Annàmaria Ilyès von TuS Metzingen verpflichtet hat, unterschrieb nun die polnische Nationaltorhüterin Anna Baranowska einen Vertrag.

"Es ist mein großer Traum, einmal in einer der stärksten Ligen der Welt zu spielen", sagte Anna Baranowska in einem Interview im vergangenen August. Damals war sie von SPR Lubin in Polen zum SV Union Halle-Neustadt in die zweite Liga in Deutschland gewechselt. Dieser Traum geht nun für die 25-jährige polnische Nationaltorhüterin mit ihrem Wechsel zur SG BBM Bietigheim in Erfüllung. "Ich habe mich am letzten Wochenende mit meinem neuen Verein gefreut", erzählt Baranowska. "Mit Halle-Neustadt habe ich in dieser Saison ja auch zwei Mal gegen die SG gespielt. Es ist die beste Mannschaft der Liga und ein verdienter Aufsteiger", so die Polin.

Auch bei der SG BBM ist man voll des Lobs über die Neuverpflichtung. "Anna ist uns nicht nur in den beiden Spielen gegen Halle-Neustadt sehr schnell und positiv aufgefallen", erzählt Sportdirektor Gerit Winnen. "Sie hat einen maßgeblichen Teil zum Aufschwung ihrer Mannschaft beigetragen." Und dieser Aufschwung kann sich wahrlich sehen lassen, nur eine Niederlage musste Baranowska mit den Wildcats im Jahr 2013 hinnehmen. Aktuell rangiert das Team auf Rang sechs der zweiten Liga.

Bereits zuvor hatte die in Wroclaw (Breslau) geborene Torhüterin in ihrer polnischen Heimat schon bewiesen, was sie kann: Mit dem SPR Lublin wurde sie 2010 Meister und Pokalsieger. Internationale Erfahrung sammelte Baranowska bereits in der Champions League und dem EHF-Cup. Zudem ist sie die unumstrittene Nummer eins in Polens Nationalauswahl.

Die sportliche Karriere ist der 25-Jährigen quasi in die Wiege gelegt worden. Ihre Mutter Natalia war russische Speerwerferin und hätte es, wenn nicht eine schwere Verletzung dazwischengekommen wäre, zu den Olympischen Spielen geschafft. "Sie ist mein Vorbild und der wichtigste Mensch in meinem Leben", sagt Baranowska. Ihre jüngere Schwester Aleksandra übernahm im vergangenen Jahr ihre Position im Tor von SPR Lublin.

Eine klare Antwort hat die Polin auf die Frage, warum sie trotz ihrer beeindruckenden sportlichen Vita zunächst in die Zweite Liga wechselte: "In Deutschland wird ein anderer Handball gespielt, an den ich mich gewöhnen musste. Dafür war die Zweite Liga optimal." Dass sie sich inzwischen nicht nur handballerisch bestens in Deutschland eingelebt hat, liegt auch am abgeschlossenen Studium in germanischer Philologie der Diplom-Übersetzerin.

"Anna Baranowska wird mit Ann-Cathrin Giegerich ein gutes Erstliga-Gespann im Tor der SG BBM bilden", beschreibt Winnen die Zukunft im Bietigheimer Tor. "Komplettiert wird unser Trio vom jungen deutschen Talent Lisa Sagert, die wir langsam an die Bundesliga heranführen wollen", so Winnen.

Drei Spiele mit den Wildcats aus Halle-Neustadt hat Baranowska noch zu bestreiten, ehe zum 1. Juli der Wechsel an die Enz stattfinden wird. Zuvor steht aber noch ein weiteres großes Ereignis an: Nach der Saison wird sie ihren langjährigen Verlobten Michal Wysokinski heiraten.

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