Zwei Spiele, sechs Punkte - Neu-Trainer Gerd Kohler scheint gleich in den ersten Wochen der Zusammenarbeit mit den Spielern des SV Hellas 94 Bietigheim an den richtigen Stellschrauben gedreht zu haben. Letzte Saison stieg der Klub noch ohne jeglichen Dreier ab. Nun hat das neu zusammengestellte Team in der Bezirksliga die Maximalausbeute nach zwei Spieltagen eingefahren. Für das Spiel gegen den Nachbarn SV Germania Bietigheim, das bereits am Samstag um 16 Uhr im Sportpark Ellental angepfiffen wird, scheint Hellas also bestens gewappnet sein. "Mit einer gesunden Anspannung wollen wir in dieses Spiel mit dem besonderen Derby-Charakter gehen", erklärt Kohler. In taktischer Hinsicht setzt der Trainer auf Variabilität im Team. "Alle freuen sich auf dieses Spiel, gerade die Zuschauer. Ich erwarte eine kampfbetonte Partie." Wer das Feld schließlich als Sieger verlässt, wird vor allem Kopfsache sein, so Kohler. Personell macht dem Trainer zurzeit nur Josip Casic Sorgen, der einen Schlag auf den Fuß bekommen hat.

Auch die Bilanz des Lokalrivalen SV Germania zeigt, dass Matthias Schmid und sein Team wieder eine der vorderen Tabellenplatzierungen anvisieren kann. Einem schwachen Remis zum Auftakt folgte letzten Sonntag der Auswärtssieg in Merklingen. Das Derby verspricht also nicht nur durch lokale Rivalität, sondern auch aufgrund der sportlichen Kräfteverhältnisse ein echter Kracher zu werden. "Die beiden Mannschaften sind auf Augenhöhe - und der Rahmen mit dem Pferdemarkt und dem Stadtduell ist natürlich super", sagt Germania-Coach Matthias Schmid. Vor allem die starke gegnerische Offensive soll sein Team wie schon gegen Merklingen schnell in den Griff bekommen. "Und nach vorne sind auch wir so stark besetzt, dass wir immer Akzente setzen können", ist sich Schmid sicher.

Eine schwere Aufgabe wartet auf den bisher noch sieglosen FV Löchgau II. Auswärts treffen die Roten am Sonntag (15 Uhr) auf den TV Pflugfelden. Der TVP ist mit zwei Siegen und noch keinem Gegentor ausgezeichnet in die Runde gestartet. "Die haben sich gut verstärkt", sagt der Löchgauer Coach Thomas Herbst. Für seine Elf geht es vor allem darum, eine mögliche Niederlagenserie zu verhindern. Stimmte an Spieltag eins gegen Pleidelsheim noch die spielerische Leistung, taten sich die Löchgauer zuletzt gegen den TSV Schwieberdingen eher schwer - verloren hat der FVL in beiden Spielen. "Wir müssen als Mannschaft auftreten", fordert Herbst. Auch Wechsel in der Startaufstellung sind möglich. Herbst: "Wenn nicht jetzt in die Mannschaft drängen, wann dann?"

Aktueller Tabellenführer ist nach seinem 11:0-Kantersieg in Kirchheim der GSV Pleidelsheim. Mit entsprechend breiter Brust will der GSV das Spiel gegen den mit ebenfalls zwei Siegen gestarteten TSV Schwieberdingen angehen. Für seine Mannschaft gibt es laut Coach Thilo Koch trotz Platz eins noch Luft nach oben. Es sei wichtig, dass seine Mannschaft die Fehler abstelle, auch wenn diese gerade gegen schwache Gegner wie Kirchheim nicht direkt bestraft worden seien. Mit viel Selbstvertrauen dürften speziell die Pleidelsheimer Fabio Giunta (fünf Tore) und Daniel Schick, sechsfacher Torschütze in Kirchheim, ins Spiel gehen.

Der SV Freudental ist ebenfalls erfolgreich in die Saison gestartet. Vier Punkte sind auf der Haben-Seite des Teams von Jens Wilhelm, der Start "geht in Ordnung", meint der neue Coach. Der kommende Gegner TSV Merklingen legte mit einem 5:0-Sieg in Eltingen einen Start nach Maß hin, verlor dann aber am zweiten Spieltag gegen Germania Bietigheim mit 1:2. Über die Merklinger sagt Wilhelm: "Sie sind schwer einzuschätzen. Vor der Saison waren sie auf jeden Fall einer der Meisterschaftsfavoriten für mich." Der SVF seinerseits überzeugte beim 3:0-Erfolg in Ludwigsburg nur in der ersten Halbzeit. "Das Problem ist derzeit noch die Konstanz. Über die 90 Minuten gesehen haben wir noch zu große Schwankungen im Spiel", so der Coach. Wieder im Training war Rino Borriello, sein Einsatz am Sonntag gegen den TSV ist möglich. Dagegen fallen Srdan Stevanovic und mit Meniskusquetschung auch Daniel Nissan am Wochenende aus.

"Es ist klar, wer den Platz als Sieger verlassen muss", sagt Fritz Schweizer, der Coach des FV Ingersheim, vor dem Spiel am Sonntag (13.15 Uhr) beim TSV Eltingen II. Damit ein Dreier gelingt, brauche es aber wie schon in der Vorwoche eine konzentrierte Leistung: "Es ist immer unangenehm, gegen vermeintlich angeschlagene Gegner zu spielen", so Schweizer. Mit der Landesliga-Reserve aus Leonberg treffen die Ingersheimer auf eine Mannschaft, die bisher enttäuscht und zwei 0:5-Klatschen kassiert hat. Ein Sieg ist also allemal drin für den FVI. "Wir dürfen uns nur nicht von den Ergebnissen der Eltinger blenden lassen", mahnt Schweizer.

Zwei Spiele, null Punkte, 0:22 Tore - schlechter hätte der Saisonauftakt für den FV Kirchheim kaum laufen können. Mit der Spvgg Renningen trifft die Elf um FVK-Spielertrainer Calogero Bonsignore am Sonntag (15 Uhr) daheim nun auf eine Mannschaft, die mit bisher einem Zähler auch nicht den besten Start hingelegt hat. Dennoch kann es für die Kirchheimer zuerst nur einmal darum gehen, die Defensive zu stärken und das Spiel möglichst lange offen zu gestalten.