Hayingen Parteibuch seit 50 Jahren

 50 Jahre sind Edeltraut und Dieter-Bandle nun schon in der SPD. Sie wurden von Klaus Käppeler (r.) geehrt. Mit im Bild ist Dr. Martin Rosemann, der Referent des Abends.
 50 Jahre sind Edeltraut und Dieter-Bandle nun schon in der SPD. Sie wurden von Klaus Käppeler (r.) geehrt. Mit im Bild ist Dr. Martin Rosemann, der Referent des Abends. © Foto: Privat
Zwiefalten/Hayingen / swp 02.06.2018

Bei seiner letzten Versammlung konnte der Vorsitzende des SPD- Ortsvereins, Klaus Käppeler, zwei besondere Tagesordnungspunkte aufrufen. Der erste war die Ehrung von gleich zwei Mitgliedern für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD: Edeltraut Bandle und ihr Mann, Dieter Bandle. Dieter Bandle  ist den Bewohnern von Hayingen wohl noch in lebhafter Erinnerung durch seine kommunale Arbeit als Gemeinderat sowie als Kandidat zur Bürgermeisterwahl.

Als zweiten Höhepunkt begrüßte Klaus Käppeler den Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Tübingen, Dr. Martin Rosemann. Dieser gab Einblick in die Arbeit des Bundestages und in zu bewältigende Aufgaben von Partei und Bundestag. Zunächst  merkte er an, dass durch die AfD im Bundestag eine andere, rauere Stimmung herrsche. Ihr Interesse an gestaltender Politik und konstruktiver Kritik, also der eigentlichen Arbeit eines Abgeordneten und seiner Partei, sei nur gering. Die Aufgabe SPD selbst besteht zunächst aus einer Erneuerung, die auch verlangt, dass die SPD wieder mehr bei den Leuten sein müsse. Als politische Aufgaben des neuen Bundestages nannte Rosemann an erster Stelle die weitere Festigung der EU, die sich auch an der Vision dss franzözischen Präsidenten Macron messen lassen müsse.

Eine wesentliche Aufgabe der neuen Großen Koalition sei, der schleichenden Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Hierzu müsse man, laut Rosemann, an die folgenden Problemfelder denken. Da sei es als erstes die Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen. Gefordert sind Tarifverträge, eine bessere Entlohnung und bessere Personalschlüssel. Weiter seien wichtige Problemfelder die Rente, die sich der demographischen Entwicklung stellen muss, die Verbesserung der Infrastruktur, Bildung und die Digitalisierung.

Viele Hürden

Und schließlich zeigte Rosemann Probleme des Sozialstaates auf, der zwar Hilfen anbietet, die aber durch Hürden in der Verwaltung nicht ankommen. Das Problem sie, wie kommen Bedürftige an Unterstützung, ohne Anträge ausfüllen zu müssen, an denen zum Teil sogar Akademiker scheitern. In der anschließenden Aussprache ging es um die Themen Arbeitsbedingungen, Mindestlohn, Steuervermeidung durch Großkonzerne und Umweltpolitik.

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