Hunderte Menschen haben zum Barbaratag in einem riesigen Tunnel ein Fest für die katholische Heilige gefeiert. Barbara sei Schutzpatronin vieler Berufe, erklärte der Baustellenchef des künftigen Eisenbahntunnels bei Wendlingen (Kreis Esslingen), Andreas Groten: Bei der Feuerwehr, den Bergleuten - und eben auch den Tunnelbauern. „Wir feiern immer sehr ordentlich, in der Regel wird nicht gearbeitet.“

Auch irdische Vertreterinnen der Barbara, die sogenannten Tunnelpatinnen, kamen zu Gottesdienst und Feier am Mittwochnachmittag. Unter ihnen die 55-jährige Esther Müllerschön. Die Frau des Wendlinger Bürgermeisters hatte als Patin immer wieder mit selbst gebackenem Kuchen auf der Baustelle vorbeigeschaut: „Ich fand das sehr beeindruckend, was geleistet wird unter teilweise wirklich harten Bedingungen.“ Die Arbeiter müssten „Biss haben, Ausdauer, Gottvertrauen.“ Der Tunnel, für den Müllerschön Patin ist, ist inzwischen durchgeschlagen: Ein kurzer Abschnitt von rund 200 Metern, der konventionell mit Baggern und Meißeln gefertigt wurde. Auch die anderen Abschnitte des Albvorlandtunnels sind größtenteils durchgeschlagen. Durch sie sollen zukünftig Züge auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm fahren.

Die historische Existenz der Heiligen ist laut katholischer Kirche ziemlich unsicher, vorübergehend führte sie den Barbaratag nicht mehr im offiziellen Festkalender. Doch die Heiligen wird am 4. Dezember nicht nur von Tunnelbauern geehrt. Gläubige stellen dann Zweige ins Wasser, deren Knospen an Weihnachten aufbrechen - Blüten im Winter symbolisieren für sie das Wunder von Christi Geburt.

Katholische Kirche zur heiligen Barbara

Deutsche Bahn zu Bahnprojekt Stuttgart-Ulm