• In Tschechien hat sich am Mittwochmorgen ein schweres Zugunglück mit Verletzten und Toten ereignet
  • Der Unfall soll gegen 8 Uhr zwischen den Bahnhöfen Domažlice und Milavče nahe der deutschen Grenze passiert sein
  • Beteiligt gewesen ist auch ein sogenannter Alex, ein Regionalexpress, auf der Fahrt von München nach Prag
Bei einem Zugunglück mit einem „Alex“ der Länderbahn und einer Regionalbahn am Mittwoch in Tschechien soll es zahlreiche Verletzte sowie mindestens drei Tote geben. Unter den Toten seien die beiden Lokführer, beide tschechische Staatsangehörige, sowie eine Frau aus dem Regionaltriebwagen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA am Mittwochmittag.

Vier Deutsche verletzt und zur Behandlung nach Bayern gebracht

Zehn Menschen seien mit schweren bis lebensgefährlichen Verletzungen in tschechische Krankenhäuser gebracht worden, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes. Mehr als 30 Personen erlitten leichtere Verletzungen wie Schürfwunden und Prellungen. Vier Deutsche wurden zur weiteren Behandlung nach Bayern gebracht.
Der Unfall soll sich auf der Strecke bei Domazlice / Taus nahe der deutschen Grenze zu Bayern ereignet haben. Zuerst hatte unter anderem „Radio Prag“ unter Berufung auf tschechische Medien sowie die tschechischen Bahnen über den Vorfall berichtet.

Alex-Zugunglück: Keine Deutschen unter Todesopfern von Zugunglück in Tschechien

Bei dem schweren Zugunglück in Tschechien sind keine Deutschen ums Leben gekommen. "Unter den Opfern des Zugunglücks waren keine deutschen Staatsangehörigen", hieß es am Mittwochabend aus dem Auswärtigen Amt. Nach Angaben tschechischer Rettungskräfte handelte es sich bei den Toten um die tschechischen Lokführer der beiden Züge, die kollidiert waren, und eine Passagierin.

Alex: Zug der Länderbahn bei Zugunglück in Tschechien beteiligt

Bei dem schweren Bahnunfall in Tschechien war ein Zug des privaten deutschen Anbieters Länderbahn (Alex) involviert. Wie das Unternehmen mitteilte, sei dieser am Mittwochmorgen auf der Strecke zwischen München und Prag unterwegs gewesen. Die Länderbahn habe mehrere deutsche und tschechische Notfallmanager zur Unfallstelle entsandt. Weitere Infos zu dem Unglück teilte das Unternehmen zunächst nicht mit. Nach Angaben der tschechischen Agentur CTK war der Zug in München gestartet.
Darüber, um welche Züge es sich handelt, hatte es zunächst widersprüchliche Angaben gegeben: Dem Bericht von „Radio Prag“ zu dem Zugunglück in Tschechien zufolge waren zwei Züge am Mittwochmorgen kollidiert. Demnach handelte es sich um einen Expresszug auf dem Weg von Plzeň / Pilsen nach München und einen Nahverkehrszug nach Pilsen.
Einem frühen Bericht der „Welt“ vom Mittwoch hingegen nach handelte es sich um den Expresszug 351, der von Ceske Kubice auf dem Weg nach Prag war, und einen Personenzug zwischen Pilsen (Plzen) und Domazlice.
Einsatzkräfte versammeln sich am Unfallort, an dem am Morgen zwei Züge in der Nähe des Dorfes Milavèe zwischen den Bahnhöfen Domalice und Blíejov zusammenstießen. Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. Zwei Menschen seien bei dem Unglück ums Leben gekommen, berichtet die Agentur CTK.
Einsatzkräfte versammeln sich am Unfallort, an dem am Morgen zwei Züge in der Nähe des Dorfes Milavèe zwischen den Bahnhöfen Domalice und Blíejov zusammenstießen. Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen. Zwei Menschen seien bei dem Unglück ums Leben gekommen, berichtet die Agentur CTK.
© Foto: Chaloupka Miroslav/DPA

Zugunglück mit „Alex“-Zug in Tschechien: Offenbar 20 Fahrgäste an Bord

In dem in Tschechien verunglückten deutschen „alex“-Zug des privaten Anbieters Länderbahn saßen nach Angaben eines Unternehmenssprechers rund 20 Fahrgäste. Der Zug sei laut Plan um 4.44 Uhr am Hauptbahnhof in München gestartet und habe gegen 7.40 Uhr Halt in Furth im Wald (Landkreis Cham) unweit der Grenze gemacht. Dort habe Personal der tschechischen Bahn České Drahy (CD) den Zug übernommen. Eisenbahnrechtlich habe der Zug in der Verantwortung der CD gestanden, betonte der Länderbahn-Sprecher.

Zugunglück in Tschechien: Einer der Züge sollte von München nach Prag fahren

Die deutsche Nachrichtenagentur DPA hatte in einer ersten Meldung am Morgen unter Berufung auf die Agentur CTK geschrieben: „Ein aus München kommender Expresszug ist in Tschechien mit einem Personenzug zusammengestoßen.“ Zunächst war von zwei Toten gesprochen worden und von 38 Verletzten.
„Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort“, hatte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek bereits schnell nach Bekanntwerden des Unfalls gesagt.
Der Expresszug München-Prag habe nach ersten Erkenntnissen bei Domazlice (Taus) nahe der deutschen Grenze ein Haltesignal überfahren. Er sei dann mit dem Nahverkehrszug, einem sogenannten RegioShark, kollidiert. Letzterer verkehrt auf der Strecke Pilsen (Plzen)-Domazlice.

Unfall in Tschechien: Hubschrauber nach Zugunglück im Einsatz

Dutzende Rettungskräfte waren vor Ort im Einsatz. Drei Rettungshubschrauber und weitere Krankenwagen wurden angefordert. Die DPA berichtete sogar von vier Helikoptern, die Verletzte in umliegende Krankenhäuser bringen sollten.
Laut den Tschechischen Bahnen ereignete sich das Unglück gegen acht Uhr morgens zwischen den Bahnhöfen Domažlice und Milavče. Auf tschechischen Eisenbahnstrecken kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Sicherheitstechnik gilt vielerorts als veraltet. Die Regierung hat ein Modernisierungsprogramm auf den Weg gebracht. Erst vor einem Jahr waren im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Dabei waren zwei Menschen gestorben, darunter ein Deutscher. Im Juli vergangenen Jahres waren in Tschechien bei zwei Zugunglücken drei Menschen ums Leben gekommen und dutzende weitere verletzt worden.