Bräuche, Filmklassiker, Lieder Alles, was du über Weihnachten wissen solltest

Oh Tannenbaum!
Oh Tannenbaum! © Foto: Jens Wolf/dpa
Ulm / Leonie Maschke mit dpa 24.12.2018
Wie wird Weihnachten eigentlich in anderen Ländern gefeiert, was wird gegessen? Wissenswertes, Filmempfehlungen und eine Songauswahl findet ihr in unserem Weihnachtsspezial.

Alle Jahre wieder! Weihnachten steht vor der Tür und für viele ist es nicht nur eine Zeit, die man mit der Familie und Freunden verbringt, sondern auch eine Zeit der liebgewonnen Traditionen. Bei den einen gibt es Würstchen zum Essen, bei den anderen muss eine Gans daran glauben. Und bringt nun das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke? Bei jedem läuft Weihnachten ein bisschen anders ab.

Wer bringt denn nun eigentlich die Geschenke?

In Süddeutschland gibt es mehrere Weihnachtsmärkte, bei denen es dazugehört, dass junge Frauen in die Rolle des Christkinds schlüpfen. In Norddeutschland ist der Brauch weniger verbreitet. Dort bringt eher der Weihnachtsmann die Geschenke. Doch woher kommt das?

Antworten hat Rainer Wehse vom Institut für Volkskunde und europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Demnach brachte bis Anfang des 16. Jahrhunderts in vielen bürgerlichen Familien noch der Nikolaus Geschenke - am 6. Dezember. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) lehnte die Heiligenverehrung ab und wollte den Nikolaus in der Vorstellung der Christen durch den Heiligen Geist ersetzen, doch darunter konnten sich die einfachen Leute wenig vorstellen. Wehse vermutet, dass sie über die Vorstellung von Engeln auf eine eher mädchenhafte Gestalt kamen. Daraus habe sich das Christkind entwickelt. Gleichzeitig verschmolz im Süden der Nikolaus mit verschiedenen alpinen Figuren: Der Weihnachtsmann war geboren.

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Einen anderen Ansatz verfolgt der Historiker Georg Seiderer von der Uni Erlangen. Wie weit zurück die Bräuche um Weihnachtsmann und Christkind gehen, kann er nicht sagen. Allerdings werde in einem Lied des norddeutschen Dichters Hoffmann von Fallersleben bereits 1835 der Weihnachtsmann erwähnt: „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Auch Seiderer ist der Ansicht, dass sich der Weihnachtsmann aus der Nikolaus-Figur entwickelt hat. Dieser kommt im eher katholisch geprägten Süden schon am 6. Dezember; deshalb bringe an Weihnachten das Christkind - und nicht noch mal eine ähnliche Gestalt - die Geschenke. Im eher protestantischen Norden sei der Nikolausbrauch weniger verbreitet. Dort kommt stattdessen der Weihnachtsmann.

Aber wie feiern die Menschen in anderen Ländern eigentlich Weihnachten? Welche Traditionen gibt es dort? Ein paar Beispiele:

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Weihnachten international

Großbritannien und Irland

In Großbritannien muss ein wenig länger auf die Bescherung gewartet werden: Dort werden die Geschenke traditionell am 25. Dezember, am „Christmas Day“, geöffnet. Gebracht werden sie vom Weihnachtsmann, der in Großbritannien „Father Chirstmas“ heißt und durch den Kamin in die Häuser gelangt.

Traditionell kommt an diesem Tag die Familie zu einem Weihnachtsessen zusammen, bei dem der „Plumpudding“ nicht fehlen darf. Viele Briten schauen auch die Weihnachtsansprache der Queen im Fernsehen an.

Der Weihnachtsbaum wurde im Übrigen erst ab 1840 Tradition im Vereinigten Königreich. Der deutsche Gemahl von Queen Victoria, Prinz Albert, brachte die Tradition aus seiner Heimat mit.

Auch Mistelzweige dürfen in Großbritannien und Irland nicht fehlen. Diese werden an Decken oder in Türen aufgehangen. Gehen zwei Menschen darunter hindurch, sollen sich diese küssen und eine Beere pflücken. Das soll Glück bringen.

Italien

In Italien werden die Weihnachtsbäume samt Wurzeln ins Haus gebracht und das schon an Maria Empfängnis am 8. Dezember. Am Heiligabend wird die Christmesse besucht und es wird kein Fleisch gegessen. Am darauffolgenden Tag gibt es dann aber ein großes Familienessen mit verschiedenen Fleischsorten, Käse und Süßigkeiten, darunter „Panettone“, den typischen italienischen Weihnachtskuchen mit Rosinen. Nicht überall in Italien bringt das Christkind die Geschenke, manchmal ist es auch die „Befana“, eine alte Witwe.

Schweden

Donald Duck Sendungen schauen an Weihnachten? In Schweden eine Tradition: Dort beginnt der Heiligabend mit den Schauen der Sendung gegen 15 Uhr. Danach beginnt das Weihnachtsessen, wobei das „Julbord“ (ein Buffet aus warmen Speisen) nicht fehlen darf. Im Anschluss werden die Geschenke ausgepackt, die auch hier vom Weihnachtsmann gebracht werden. Unterstützt wird er der Sage nach von den drei Kobolden Tomtebisse, Tomte und Nisse. Traditionell gehört auch der „Julbock“, eine Ziegenbockfigur aus Stroh, zu der Weihnachtszeit in Schweden.

Der „Julbock“ beruht eigentlich auf einem heidnischen Brauch, konnte sich aber auch im christianisierten Skandinavien behaupten. Er ist ein Symbol für Fruchtbarkeit.

Japan

Wer in Japan lebt, muss an Weihnachten arbeiten gehen. Zwar erfreut sich das Fest großer Beliebtheit, ein offizieller Feiertag ist es jedoch nicht. Zudem ähnelt Weihnachten in Japan mehr dem hiesigen Valentinstag: Paare planen ein besonderes Date, beschenken sich gegenseitig und spazieren an Weihnachtsbeleuchtungen vorbei.

Mexiko

In Mexiko beginnt Weihnachten bereits am 16. Dezember. Die neuntägigen Festzeit, „Posadas“ genannt, soll die verzweifelte Herbergssuche von Maria und Josef darstellen. Es gibt Straßenumzüge und Kinder dürfen die „Pinatas“ zerschlagen, Pappfiguren, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. Das eigentliche Weihnachtsfest wird im engsten Familienkreis gefeiert.

Filme und Musik zu Weihnachten

Filmklassiker

Einen heißen Tee oder eine Schokolade, Weihnachtsplätzchen, eine kuschelige Decke und ab vor den Fernseher: An den Feiertagen flimmern natürlich wieder viele Weihnachtsklassiker über den Bildschirm. Die besten haben wir hier zusammengestellt:

Die schönsten Weihnachtslieder

Und was wäre Weihnachten ohne Weihnachtslieder? Wir haben eine Auswahl der schönsten Songs:

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