Der Schutz von Rinderherden vor Wölfen ist nach Ansicht eines Experten in Baden-Württemberg kaum möglich - oder nur mit einem „Riesenaufwand“. Das sagte Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg bei einer Tagung des Landesbauernverbands am Mittwoch in Empfingen bei Freudenstadt. Die Landwirte informierten sich dort über Schutzstrategien wie spezielle Elektrozäune - und äußerten Unmut über Mehrkosten. Zudem befürchten sie Folgeschäden, die aufgeschreckte Herden verursachen könnten.

Sachsens Wildtierbeauftragter Friedrich Noltenius empfahl eine Bestandsobergrenze. „Politik und Tierhalter müssen sich sachlich und rechtzeitig damit auseinandersetzen, ob und wie viel Wolf im Ländle geht“, sagte er. Noltenius kritisierte, dass das deutsche Naturschutzgesetz nicht erlaube, Wölfe zu töten, wenn die Populationen zu groß werden. Die Tiere stünden zwar unter strengem EU-Schutz, seien aber weder gefährdet noch vom Aussterben bedroht. Die Wolfspopulation in Deutschland wachse jährlich um 36 Prozent. Und die Schäden bei Nutztieren hätten sich seit 2016 mehr als verdoppelt.

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