Hitzewelle Wie kann ich mich bei Waldbränden schützen?

In Kalifornien wüten bereits unkontrollierbare Waldbrände.
In Kalifornien wüten bereits unkontrollierbare Waldbrände. © Foto: Hung T. Vu (dpa)
Ulm / Christoph Knauthe 01.08.2018
Was muss ich beachten, um Waldbrände zu verhindern – und wie schütze ich mich im Notfall vor den Flammen?

In Deutschland herrscht aktuell fast überall eine extrem hohe Waldbrandgefahr. Bricht ein Feuer aus, so ist es sehr schwer zu bekämpfen. Doch wodurch kommen die Brände überhaupt zu Stande?

„Die seit April dieses Jahres fehlenden Niederschläge und die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen haben die Waldböden stark austrocknen lassen. Kommen noch trockene Winde hinzu, kann sich ein Feuer rasant ausbreiten“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe bei WetterOnline. Nadelwälder hätten ein besonders hohes Brandpotenzial.

Mensch größter Brandverursacher

Natürliche Auslöser für einen Waldbrand sind Blitzeinschläge. Diese spielen im Vergleich zum Brandverursacher Mensch aber tatsächlich nur eine kleine Rolle. „Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann“, stellt Habel fest.

  • In und an Wäldern sollte nicht geraucht werden. Bei der aktuellen Trockenheit reichen weggeworfene Zigarettenkippen bereits als Branderzeuger aus.
  • Natürlich sollte dort auch von Lagerfeuern abgesehen werden. Diese können schnell außer Kontrolle geraten. Dasselbe gilt fürs Grillen.
  • Sogar Flachen, Glasscherben und Ähnliches können unter Umständen Feuer verursachen, indem sie das Sonnenlicht bündeln und somit als Brennglas wirken. Man sollte sie schon allein deswegen nicht im Wald entsorgen.
  • Kraftfahrzeuge sollten möglichst nicht auf Wiesen, Feldern oder an Waldrändern abgestellt werden. Ein heißer Auspuff kann trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden.

Richtiges Reagieren

Beim Entdecken eines Waldbrandes sollte man sofort die Feuerwehr alarmieren. Nicht nur in Deutschland, auch im allergrößten Teil des europäischen Auslands dient hierzu die Notfallnummer 112.

Wird man zu Fuß von einem Waldbrand überrascht, sollte man seitlich zur Windrichtung nach Möglichkeit in tiefer gelegenes und/oder weniger bewachsenes Terrain flüchten. Mützen und Sonnenbrillen eignen sich zum Schutz vor Funkenflug. Ein feuchtes Tuch vor dem Mund lindert die reizende Wirkung von Brandrauch. Dem Feuer abgewandte Straßengräben können guten Schutz bieten. Von der Flucht auf Hänge ist jedoch abzuraten.

Wird man von einem Waldbrand im Auto eingeschlossen: Ruhe bewahren. Das Feuer wird einen passieren, bevor das Fahrzeug in Brand gerät. Motor sowie Klimaanlage müssen abgeschaltet und die Fenster geschlossen werden. Die Rettungsdecke aus dem Verbandskasten kann mit der silbernen Seite nach außen einen zusätzlichen Hitzeschutz bieten.

Nähert sich ein Flächenbrand dem eigenen Heim, müssen Fenster und Rollläden geschlossen, das Gas abgedreht und das Licht im und am Haus eingeschaltet werden. Bleibt vorher noch genug Zeit, lohnt es sich außerdem, Gartenmöbel, Feuerholz sowie sämtliche Gewächse im Umkreis von mindestens zehn Metern zu entfernen.

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