Freiheit Alle 13 Eingeschlossenen aus Höhle in Thailand gerettet

Chiang Rai / dpa/afp 10.07.2018
Bei der Höhlenrettung von Thailand haben die Einsatzkräfte den Wettlauf mit der Zeit gewonnen. Alle 13 Eingeschlossenen sind frei.

Das Höhlendrama von Thailand ist nach 17 Tagen Zittern und Bangen glücklich zu Ende: Alle zwölf Spieler der Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer sind gerettet.

Die letzten fünf Eingeschlossenen - darunter auch ein Elfjähriger, der jüngste - wurden am Dienstag von Spezialtauchern ins Freie gebracht. Der hochgefährliche Einsatz war erst nach mehr als acht Stunden vorbei. Insgesamt benötigte das Team für die entscheidende Phase der Rettung drei Tage. Aus aller Welt trafen Glückwünsche ein.

Elfter Junge gerettet

In Thailand sind laut einem TV-Bericht nun fast alle Jungen aus der überfluteten Höhle gerettet. Das thailändische Fernsehen berichtete am Dienstag, dass ein elfter Junge von Spezialtauchern ins Freie gebracht worden sei. Dabei soll es sich um den Jüngsten der Fußball-Jugendmannschaft handeln, der erst elf Jahre alt ist. Damit wären aus dem Team dann nur noch ein Spieler sowie der 25 Jahre alte Betreuer in der Höhle.

Neunter Junge befreit

Die thailändische Marine bestätigte am Dienstag, dass ein weiterer Junge von Spezialtauchern in einer stundenlangen Aktion ins Freie gebracht wurde. Es ist das neunte gerettete Kind. Nach Medienberichten kam kurz darauf ein zehnter Junge draußen an. Dafür gab es zunächst offiziell aber noch keine Bestätigung.

Zeitgleich versuchten die Retter, auch noch die restlichen Spieler der Fußball-Jugendmannschaft - vermutlich zwei - und ihren Trainer herauszuholen. Bei einem Erfolg hätte das Drama nach 17 Tagen doch noch ein glückliches Ende gefunden.

Neue Rettungsaktion gestartet

Vier Jungen und ihr Trainer müssen noch in der Höhle ausharren. Ein neuer Tauchereinsatz zur Rettung der noch eingeschlossenen läuft nach Angaben der Behörden seit 10.08 Uhr Ortszeit (5.08 Uhr MESZ).

Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen.

Mit einer neuen Rettungsaktion gelang es Spezialtauchern am Montag, vier weitere Kinder aus der Höhle ans Tageslicht zu bringen. Damit sind nun acht Spieler der Fußball-Mannschaft gerettet.

Inzwischen sind die geretteten Jungen alle im Krankenhaus. Nach Angaben der behandelnden Ärzte geht es ihnen den Umständen entsprechend gut.

Acht Jungen gerettet

Nachdem vier Jungs, die mit acht weiteren Jungen und ihrem Fußball-Trainer über mehrere Tage in einer thailändischen Höhle eingeschlossenen waren, befreit werden konnten und sich in einem Krankenhaus befinden, musste die nächste Rettungsaktion unterbrochen werden. Warum war nicht bekannt.

Mittlerweile ist sie nach einem Start mit Verzögerung glücklich verlaufen - weitere vier Jungen konnten gerettet und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Erste Rettungsaktion geglückt

Vier Jungs einer Fußballmannschaft sind aus der Höhle gerettet worden, in der sie seit zwei Wochen eingeschlossen sind. Sie befinden sich in einem Krankenhaus. Die Familien warten nun auf einen Besuch. Zuvor hatte der Katastrophenschutz von sechs geretteten Jungen gesprochen, diese Zahl bestätigte der Gouverneur später nicht. Die übrigen eingeschlossenen Jungen und ihr Trainer sollten, Stand 20 Uhr MESZ, ab Montagmorgen (Ortszeit) aus der Höhle befreit werden.

Die ersten der geretteten Jungen wurden am Sonntag bereits per Krankenwagen und Rettungshubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Die Einsatzkräfte hatten mit dem hoch riskanten Einsatz zur Rettung der seit gut zwei Wochen in der überfluteten Höhle festsitzenden zwölf Jungen und ihres Trainers begonnen, weil die Zeit abzulaufen droht. Auf dem Weg ins Freie müssen die Kinder weite Strecken durch schlammiges Wasser tauchend zurücklegen.

Wettlauf gegen die Zeit

Es ist auch ein Wettlauf mit der Zeit. Denn die Lage ist brenzlig. Einiges spricht für einen baldigen Versuch, die zwölf eingeschlossenen Jungen und ihren Fußballtrainer zu bergen. Vor Ort waren offenbar auch Experten des schwäbischen Tunnelbohrexperten Herrenknecht.

Zunächst hatte der Krisenstab verkündet, der am Sonntag begonnene Rettungsversuch der in einer thailändischen Höhle eingeschlossenen Jungen könne zwei bis drei Tage dauern. Die zwölf Fußballer und ihr Trainer sollen "einer nach dem anderen" aus der überschwemmten Tham-Luang-Höhle gebracht werden, sagte Generalleutnant Chalongchai Chaiyakorn vor Journalisten. Die Dauer des riskanten Einsatzes hänge unter anderem vom Wetter ab.

Seit zwei Wochen in der Höhle

Sie sitzen seit zwei Wochen in einer Höhle fest. Die Wettervorhersage setzt die Retter unter Zeitdruck. Der Zeitpunkt für einen Rettungsversuch sei gerade günstig, sagt der Leiter der Mission am Samstagabend (Ortszeit). Aber eine Entscheidung für einen Einsatz ist immer noch nicht gefallen. Über Stunden durch die überflutete Höhle zu tauchen, könnte lebensgefährlich für die geschwächten Jungen sein. Abwarten ebenfalls.

Der Missionsleiter, Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn, ist in einer schwierigen Lage. Derzeit seien die Bedingungen für eine Rettung - was den Wasserstand und den Gesundheitszustand der zwölf Jungen und ihres Trainers angehe - „sehr geeignet“. Aber die Diskussionen und Vorbereitungen dauerten noch an.

Samstag nur wenig Bewegung vor der Höhle

Wie lange müssen die Jugendlichen noch in Nässe und Dunkelheit ausharren? Vor der Höhle selbst ist am Samstag nur wenig Bewegung. Hubschrauber, die in den vergangenen Tagen über den Bergen kreisten, sind keine zu sehen. Wenig auskunftsfreudige Behördenvertreter sagen nur, alle Möglichkeiten würden geprüft. Das Gefühl, die Rettungsaktion stehe unmittelbar bevor, liegt nicht in der Luft.

Als Chef der Rettungsmission würde Narongsak den Beginn des Bergungseinsatzes lieber noch etwas verzögern, meinte er noch am Morgen des Samstags. Die Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Betreuer seien nicht ausreichend geübt im Tauchen, um den strapaziösen Weg aus der dunklen, kilometerlangen Höhle ins Freie zu wagen, für den selbst Elite-Einheiten der Marine fünf bis sechs Stunden brauchen. Der Tod eines erfahrenen Tauchers in der Höhle am Freitag lastet schwer auf den Helfern.

Gleichzeitig läuft den Rettungsmannschaften aber die Zeit davon. In den vergangenen Tagen war es rund um die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non in der nördlichen Provinz Chiang Rai trocken geblieben, doch am späten Samstagabend öffnete der Himmel wieder seine Schleusen. Auch für die kommenden Tage sagt der Wetterbericht wieder heftige Regenfälle in der bergigen Region an der Grenze zu Myanmar voraus. Das bedeutet oft Stunden dauernde, starke Wolkenbrüche. Das Regenwasser dringt durch das Gestein in die Höhle ein, rasch kann der Wasserstand steigen. Ein möglicher Tauchgang durch enge, verwinkelte Höhlenpassagen wird damit noch gefährlicher.

An manchen Stellen sehr eng

„An manchen Stellen wird es sehr eng“, sagt der dänische Rettungstaucher Ivan Karadzic, einer von vielen ausländischen Helfern und Bergungsspezialisten, die sich vor der Höhle bereithalten. „Man muss entweder den (Atemluft-)Tank abnehmen und ihn zuerst durchquetschen, oder man braucht Spezialausrüstung.“

Die Gruppe sitzt auf einer trockenen Stelle etwa 4 Kilometer im Höhleninneren fest, seit ihnen am 23. Juni eine Sturzflut den Weg ins Freie versperrt hatte. Steigt das Wasser, wird es auch dort eng. Die Gruppe müsste sich dann auf weniger als 10 Quadratmetern zusammendrängen, schätzen Taucher, die die Jugendlichen mit dem Nötigsten versorgen.

Längerfristig ist keine Entspannung in Sicht, denn von Juni bis November herrscht Regenzeit in Thailand. Das Wasser ist nicht die einzige Sorge, die die Helfer plagt. Am Zufluchtsort der Jungen wird der Sauerstoff knapp. Von normal 21 Prozent sank er bereits auf 15 Prozent, sagte Narongsak kürzlich. Auch die hygienischen Zustände seien erbärmlich, berichtete die Zeitung „The Nation“. Jeder aus der Gruppe müsse sich auf engstem Raum erleichtern. Bakterien, Viren und Pilze können sich leicht ausbreiten.

Trotz der Komplikationen bevorzugen die Rettungskräfte derzeit eine Bergung durch Taucher. Sollte es regnen, bliebe für andere Szenarien auch gar keine Zeit mehr: Im Wettlauf mit dem Monsun wären die Wasserpumpen zur Senkung des Pegels chancenlos. Die würde viel zu lange dauern. Auch die Suche nach einem alternativen Höhlenzugang blieb bislang erfolglos.

Den seit Tagen vor der Höhle ausharrenden Angehörigen überbrachte ein Rettungstaucher nun einen handgeschriebenen Zettel mit persönlichen Botschaften der Jungs. „Macht euch keine Sorgen, wir sind alle stark“, heißt es in dem Brief, der am Samstag auf der Facebook-Seite der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals veröffentlicht wurde. Der Trainer bat die Familien seiner Schützlinge um Verzeihung und versprach, sich bestmöglich um die Jungs zu kümmern. „Derzeit geht es ihnen allen gut“, versicherte Ekapol Chanthawong.

Einen Brief schrieb auch der 13 Jahre alte Sohn des thailändischen Königs, Prinz Dipangkorn Rasmijoti. Der Prinz, der viel Zeit im Jahr in Bayern verbringt, verfasste den Text auf Deutsch. „Liebe Kinder, ihr hattet sicher große Angst, aber ich habe immer an euch gedacht“, schrieb Dipangkorn. „Ich bin überglücklich, dass ihr alle gesund seid“, hieß es in dem am 3. Juli geschriebenen Brief.

"The Nation"-Bericht

Wettervorhersage Chiang Rai

Bericht Khao Sod mit Brief

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel