Bußgeldkatalog Wer Wespen tötet, muss bis zu 50.000 Euro zahlen

Wirken auf viele Menschen bedrohlich, sind aber geschützt: Wer Wespen tötet muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.
Wirken auf viele Menschen bedrohlich, sind aber geschützt: Wer Wespen tötet muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. © Foto: © Doczky - fotolia.com
Ulm / Steffen Wolff 10.08.2018
Wenn Bienen, Wespen und Hornissen summen, geraten viele Menschen in Panik – und schlagen zu. Doch das kann richtig teuer werden.

Ein Sommertag im Freien kann so schön und entspannend sein. Die Sonne, die Luft, der blaue Himmel... Wenn nur diese lästigen Plagegeister nicht wären. Denn kaum steht ess- oder trinkbares auf dem Tisch, sind Bienen, Wespen und Co. gleich zur Stelle. Nicht wenige Menschen fühlen sich durch die Tiere nicht nur gestört sondern regelrecht bedroht. Kann ein Stich doch recht schmerzhaft sein.

Empfindliche Strafen drohen

Doch wer jetzt zum äußersten Mittel greift und die Insekten ohne vernünftigen Grund fängt, verletzt oder gar zur Strecke bringt, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Laut Bußgeldkatalog werden dafür in Baden-Württemberg – etwa bei Wespenbis zu 15.000 Euro fällig. Und wenn es sich um eine besonders geschützte Wespenart handelt – etwa die Kreiselwespe oder Kopfhornwespe – erhöht sich das Bußgeld bis auf 50.000 Euro.

Zahlen muss auch, wer ohne vernünftigen Grund die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der Wespen beschädigt oder zerstört.

Gleiches gilt übrigens auch für Hornissen und Wildbienen. Für das Fangen, Verletzen und Töten sowie für die Beschädigung der Ruhestätten werden bis zu 50.000 Euro an Bußgeldern fällig. Für das vorsätzliche oder fahrlässige Anlocken, Fangen oder Töten einer Hornissenkönigin oder eines Hornissenvolkes kann auch ein Strafverfahren eröffnet und eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verhängt werden.

Warum das so ist: Wespen und Hornissen sind enorm wichtig für das Ökosystem. So vernichtet ein Wespenstaat pro Tag etwa zwei Kilo Insekten, sie sind Aasfresser und dienen letztendlich anderen Tieren als Nahrungsquelle. Bei Bienen ist der Fall noch eindeutiger. Ohne ihre Hilfe beim Bestäuben von Pflanzen wären etwa zwei Drittel der Nahrungsmittel auf der Welt verschwunden.

Was tun bei Insektenstichen?

Wer an einer entsprechenden Allergie leidet, muss schnell handeln, wenn er von einer Biene, Hornisse oder Wespe gestochen wird. Eine ärztliche Behandlung ist meist sofort erforderlich.

Auch bei Stichen im Mund- und Rachenraum ist eine schnelle medizinische Hilfe nötig. Sonst droht Erstickungsgefahr.

Wer nicht allergisch reagiert, kann die Einstichstelle mit Eis kühlen. Auch kalte Essigumschläge bringen Linderung. Um große Schwellungen zu verhindern ist Wärme sinnvoll. Wespengift wird bei Temperaturen ab 38 Grad zerstört. Ein mit heißem Wasser angefeuchteter Waschlappen kann dazu auf die Einstichstelle gelegt werden.

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