Beweissicherung bis ins letzte Detail - für Leutnant Horatio Caine und sein Team aus der US-Krimiserie CSI Miami ist das Alltag: Wer den Tätern auf die Spur kommen will, braucht Kombinationsfähigkeit, ein kompetentes Team, hochwertige Analysegeräte und eine Sonnenbrille wie Caine.

Mit diesen Attributen zieht Zohar Dvorkin, Leiter der Tiermedizin im Gesundheitsamt Jerusalem, in den Kampf gegen Hundehaufen in der heiligen Stadt. Er und die Stadtverwaltung haben die Nase voll von den unappetitlichen Hinterlassenschaften, mit denen man überall Bekanntschaft machen kann: in Parks, auf Gehwegen und Spielplätzen.

Um auch den vielen Pilgern einen ungestörten Blick zum Himmel zu gewährleisten, wurde deshalb beschlossen, eine Datenbank mit der DNA aller rund 11 000 in der Stadt gemeldeten Hunde aufzubauen. Mit einer Probe aus dem Häufchen eines Vierbeiners und einem Abgleich mit der Datenbank kann die Spur zum Hund zurückverfolgt werden - und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zum Halter. Leugnen wäre zwecklos, sagt Dvorkin und nimmt seine Sonnenbrille aus der oberen Jackentasche. "Jeder, der nicht aufräumt, bekommt Ärger." Und ein Bußgeld von 150 Euro.

Die Idee mit der Datenbank ist nicht neu, räumt der Tierarzt ein. In anderen Städten sei sie aber gescheitert, da die Hundehalter nicht zur Abgabe der Speichelprobe des Hundes gezwungen werden konnten. Weil die Tretminen nicht nur zum Himmel stinken, sondern auch gefährlich sind - Krankheiten können übertragen werden - hat Jerusalem nun das Gesetz im Rücken und kann Halter samt Hund vorladen.

2013 soll mit dem Aufbau der DNA-Datenbank begonnen werden, sagt Dvorkin, der als gutes Beispiel seinen Retriever "Belle" als einen der Ersten registrieren lassen will. Der Labortest kostet 30 Euro. Aber er hofft auf Mengenrabatt, eine in Israel verbreitete Offerte in jedem erdenklichen Bereich. Wenn dann noch genügend Täter überführt werden, refinanziere sich alles wohl problemlos. "Man muss ja sehen, dass auch die Reinigung viel Geld kostet." Dvorkin hofft auf 80 Prozent Rücklauf, herrenlose Hunde nicht eingerechnet.

Am besten wäre es jedoch, träumt der Veterinär, die Haufen würden einfach zu Staub zerfallen. Eine Methode, die nicht so abwegig ist. Die Firma Paulee Clean Tec in Tel Aviv arbeitet genau an dieser Lösung. Das Team um Professor Oded Shoseyov hat solch ein Gerät erfunden. "Damit wären auf einen Schlag alle Fälle gelöst", sagt Dvorkin, setzt seine Sonnenbrille auf und geht nachdenklich in den Jerusalemer Sonnenuntergang hinein.