Umarmungen können Glückshormone freisetzen. Sie steigern unser Wohlbefinden und halten uns gesund. Sie helfen beim Erwachsenen beim Stressabbau und Babys beim Wachsen. Kurze Berührungen beeinflussen sogar unsere Hirnaktivität. Ohne Berührungen verkümmert der Mensch.

Ein kurzer Körperkontakt beeinflusst zudem unsere Hirnaktivität, wie Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum in einer Anfang 2019 veröffentlichten Studie herausgefunden haben.

Knuddeln: Warum Umarmungen gesund sind

Berührungen lösen auf unserem größten und sensibelsten Sinnesorgan, der Haut, etwas aus. Wenn wir umarmt werden, schüttet der Körper Botenstoffe, sogenannte "Glückshormone, aus. Eine beruhigende Wirkung löst das Hormon Oxytocin aus und stärkt zwischenmenschliche Bindungen. Das dabei ausgeschüttete Dopamin wirkt stimmungsaufhellend.

Der Weltknuddeltag: 1986 von einem Pfarrer begründet

Der „Weltknuddeltag“ (Englisch: „National Hugging Day“) wurde vom US-Amerikaner Kevin Zaborney, einem Pfarrer, 1986 ins Leben gerufen. Er hat bewusst das Datum, den 21. Januar, gewählt. Es liegt zwischen Weihnachten und dem Valentinstag inmitten der Winterzeit, in der sich die trübe Witterung häufig sehr stark auf die Gefühlswelt niederschlägt.

Das große Kuscheln: Vom Bedürfnis des Knuddelns und von Nähe

Dass Menschen ein großes Bedürfnis nach Nähe, Schmusen und (menschlichen) Berührungen haben, kann man unter anderem auch in Baden-Württemberg sehen. Dort gibt es sogenannte Kuschel-Gruppen. Menschen treffen sich dort, um sich gegenseitig zu berühren, zu streicheln und sich in den Arm zu nehmen.

Knuddeln: Muss es eine menschliche Berührung sein?

Nein, wenn man einem Bericht des Bayrischen Rundfunks folgt, ist das nicht nötig. Die Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), Ute Repschläger, sagt darin, dass selbst das Schmusen mit dem Haustier hinsichtlich der „Glückshormone“ einen Effekt habe. So würden auch beim Körperkontakt mit einem Tier Botenstoffe wie etwa Dopamin vermehrt ausgeschüttet, was unter anderem zu einem niedrigeren Blutdruck und einer niedrigeren Herzfrequenz führen kann.

"Kinder suchen von sich aus körperliche Nähe zur Stressbewältigung", erklärt Forscher Martin Grunwald. (Symbolbild)
„Kinder suchen von sich aus körperliche Nähe zur Stressbewältigung", erklärt Forscher Martin Grunwald. (Symbolbild)
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Kinder werden öfter umarmt als ältere Menschen - wieso?

Dem Bericht des Stern zufolge suchen Kinder von alleine nach physischer Nähe. In erster Linie sei dieser Kontakt im frühen Kindesalter grundlegend. Der Stern bezieht sich auf den Leiter des Haptik-Forschungslabors an der Universität Leipzig, Martin Grunwald.

Umarmen wir uns zu wenig?

Das kann man nicht genau ermitteln, da jeder Mensch unterschiedlich viel Nähe benötigt. Man kann jedoch schlussfolgern, dass jeder Mensch körperliche Berührungen braucht, egal in welchem Alter.