Woher stammt die Liebe zur Katze? Warum ist das Internet voll von „cat content“ - Fotos und Videos von Samtpfoten? Einige Antworten zum Weltkatzentag am 8. August:

Beliebtestes Haustier

Die Katze ist mit Abstand das beliebteste Haustier in Deutschland - vor allem von Singles und Senioren. Jeder vierte Haushalt in Deutschland ist auch das Heim einer Katze. Rund 14,8 Millionen Samtpfoten lebten laut Statista 2018 in der Bundesrepublik. Nach 16 Jahren summieren sich die Kosten für eine Mieze bei guter Pflege nach Berechnungen des Tierschutzbundes auf mindestens 11.450 Euro.

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Mamas Liebling

Heute schon mit der Katze rumgeschmust? Die Katze braucht das nicht. Es ist der Mensch, der der Katze schwer widerstehen kann. Für US-Sachbuchautorin Abigail Tucker ist die Erklärung einfach. Hauskatzen wiegen mit vier Kilo so viel wie ein Baby. Dazu kommen große Kulleraugen, Stupsnase und Pausbacken. Das ergibt ein Katzenleben lang das perfekte Kindchenschema. Bei vielen Menschen – vor allem Frauen – löst das Studien zufolge einen Schub des Fürsorge-Hormons Oxytocin aus. Was Katzen bei Erwachsenen bewirken können, nennen Forscher wenig schmeichelhaft „fehlgeleitete Elterninstinkte“. Von Natur aus gelten Hauskatzen eher als opportunistisch und kryptisch.

Haustiere mit Historie

Katzen lieb zu gewinnen, ist aus Sicht der Evolutionsgeschichte schizophren. Denn Primaten als Vorfahren der Menschen waren Millionen von Jahren lang Futter für Tiger und Co. Logischer wäre ein respektvoller Abstand zu Hauskatzen, die von der Wildkatzenunterart Felis silvestris lybica abstammen – und ihre Reißzähne nicht verloren haben.

Anpassungskünstler

Nach Abigail Tuckers Recherchen sind Katzen die einzigen Haustiere, die sich selbst domestiziert haben. Hatten Großkatzen eine Abneigung gegen die frühe menschliche Zivilisation, schlichen sich die Miniatur-Ausgaben einfach ein. Im alten Ägypten wurden sie im ersten Katzenhype der Weltgeschichte sogar zu Gottheiten. Dabei nutzt die Hauskatze dem Menschen bis heute objektiv wenig: Sie beschützt ihn nicht, gibt weder Fleisch, Milch noch Eier. Und sie maust nur, wenn sie Lust hat.
Zudem gelten Katzen als Individualisten – tatsächlich aber entwickeln sie in den ersten Wochen nach der Geburt ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein, haben Forscher nachgewiesen. Gibt es in dieser entscheidenden Lebensphase viel Kontakt zu Menschen, wird das zutrauliche Verhalten zum Wesenszug. Laut Tierschutzbund leben wilde Katzen und insbesondere geschlechtsreife Kater in der Regel auch deshalb alleine, um die vorhandene Beute im Revier für sich alleine zu beanspruchen. Tiere, die von Menschen versorgt werden, aber sich auch in der Natur frei bewegen können, schlössen sich hingegen häufig in kleineren Gruppen zusammen, weil Futterneid für sie keine überlebenswichtige Rolle spiele.

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Nicht zur Therapie geeignet

„Katzen lassen sich nicht zu Assistenten für Behinderte ausbilden wie ein Blindenhund“, sagt Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte. Dennoch hielten zum Beispiel Alten- und Pflegeheime heute Katzen zu sozialen Zwecken. „Dahinter steht die Beobachtung, dass es alten Menschen oft besser geht, wenn sie sich um ein Tier kümmern können.“ Und manche Katzen danken diese Zuneigung mit einem Sprung auf dem Schoß und lautem Schnurren.

Katzenhaltung: Darauf müsst ihr achten

Katzen sind Tiere mit natürlichem Jagdinstinkt, der sich nicht wegzüchten lässt. Das ist aber allein schon mit Blick auf den Straßenverkehr riskant – und beispielsweise in einer Stadtwohnung im vierten Stock nicht möglich. Doch auch eine Wohnungskatze fühlt sich nur wohl, wenn sie jagen könne. Also muss der Mensch Spiele bieten.
Geeignete Heime für Katzen sind daher laut dem Tierschutzbund Gehöfte oder Einfamilenhäuser in einer Verkehrsberuhigten Lage für die Tiere ideal. So können sie selbst entscheiden, wann sie das Haus verlassen und beispielsweise jagen gehen wollen, oder wann sie lieber drin bleiben. Doch wenn eine Wohnung in der Stadt katzengerecht gestaltet ist, spricht auch hier nicht gegen ein Haustier.
Tierärzte und Tierschützer raten zur Kastration - bei Freigängern und Stubentigern. Denn Katzen vermehren sich mit mehreren Würfen im Jahr wie die Karnickel. Die Katze ist auch das einzige Haustier, das ohne große Mühe verwildern kann. Straßenkatzen aber leiden oft unter Parasiten und Krankheiten, mit denen sie Hauskatzen anstecken. Nicht kastrierte Wohnungskatzen sind nach Angaben von Tierärzten dauerhaft rollig. Kater markieren die Wände, Kätzinnen können Zysten bekommen und viele Tiere jaulen durch den Hormon-Stress.

Schuld am Artensterben?

Dass freilaufende Katzen Beute machen, gehört zu ihrer Natur. Mäuse zu jagen gilt meist als in Ordnung, bei Vögeln hört für manche Menschen die Freundschaft auf. Wobei Katzen meist nur kranke Vögel erwischen, oder Jungvögel, die aus dem Netz gefallen sind. Unbestritten ist unter Forschern aber auch, dass Katzen für 14 Prozent des Artensterbens auf Inseln verantwortlich sind. Wobei das nicht nur den Miezen anzulasten ist. Es war der Mensch, der Schiffskatzen bis auf die entlegensten Eilande mitnahm, in denen die Natur nicht auf diesen Feind eingestellt war. Halsbänder mit Glöckchen für Katzen sind bis heute umstritten. An unflexiblen Modellen können sie sich aufhängen. Und für das extrem feine Katzengehör gilt Dauergeklingel als vermutlich schädlich.

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