Kinder Fanta oder Satan: Welche Namen sind erlaubt?

Bei der Namensfindung für den Nachwuchs kommen manchen Menschen seltsame Einfälle.
Bei der Namensfindung für den Nachwuchs kommen manchen Menschen seltsame Einfälle. © Foto: Archiv/dpa
Ulm / Rebecca Jacob 07.05.2018
Darf ein Kind Pumuckl oder McDonald heißen? Darüber entscheiden hierzulande Standesämter - nicht immer nachvollziehbar.

North West oder Jimi Blue - Promis sind dafür bekannt, ihrem Nachwuchs exotische Vornamen zu geben. Aber auch weniger berühmte Elternpaare möchten der Individualität ihrer Kinder gerne Ausdruck verleihen und treffen dabei manchmal eine, gelinde gesagt, ungewöhnliche Wahl.

In Thailand ist es völlig normal, Kindern direkt nach der Geburt einen Spitznamen zu geben, der im Alltag statt des offiziellen Vornamens verwendet wird. Städtenamen, Obst oder Tiere sind dabei besonders beliebt: Chicago, Apfel oder Ente, wahlweise auf Thai oder auf Englisch sind häufige Spitznamen. Zu altmodisch finden viele Thailänder und steigen lieber auf Firmennamen um: Benz, Fiat, Visa oder Amex stehen auf der Beliebtheitsskala momentan ganz oben.

Welche Vornamen sind in Deutschland erlaubt?

Was in dem südostasiatischenLand ganz alltäglich ist, gilt in Deutschland immer noch als Ausnahme. Ob der Namenswunsch der Eltern wirklich durchgeht, entscheiden hierzulande die Standesämter. Dabei gibt es einige Regeln: Jungs dürfen keinen eindeutig weiblichen, Mädchen keinen eindeutig männlichen Namen bekommen. Namen dürfen nicht beleidigend oder lächerlich sein, auch biblische Namen mit negativer Assoziation wie Judas oder Kain sind nicht erlaubt. Manchmal ist es jedoch schwer zu glauben, was beim Standesbeamten alles durchgeht:

  • Pumuckl
  • Katzbachine
  • Winnetou
  • Windsbraut
  • Prestige
  • Fanta

Abgelehnt wurden hingegen diese Kreationen:

  • Bierstübl
  • Atomfried
  • Satan
  • Grammophon
  • Störenfried
  • McDonald

Marie fast überall an der Spitze

Beliebteste Vornamen nach Bundesländern
Beliebteste Vornamen nach Bundesländern © Foto: F. Bökelnmann, A. Zafirlis, dpa-infografik

In der Regel mögen es die Deutschen aber doch lieber konventionell: Die beliebtesten Vornamen in Baden-Württemberg waren 2017 Marie und Leon, gefolgt von Sophie und Noah.

Wer mehr über seinen Vor- oder Familiennamen herausfinden möchte, kann sich an die Namenberatungsstelle der Uni Leipzig wenden. Diese hilft auch, wenn man unsicher ist, ob der für den Nachwuchs ausgesuchte Name hinsichtlich Geschlecht, Aussprache, Herkunft und Bedeutung eintragungsfähig ist.