Freiheitsstrafe Was heißt lebenslange Haft?

Selbst ein mehrfacher Mord wird mit maximal 15 Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Selbst ein mehrfacher Mord wird mit maximal 15 Jahren Freiheitsentzug bestraft. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Rottweil / Uwe Keuerleber und lsw 26.06.2018
Seit Abschaffung der Todesstrafe ist lebenslange Haft die schwerste Strafe im deutschen Recht.

Für den Sexualmord an einer Studentin ist Hussein K. zur Höchststrafe verurteilt worden. In Villingendorf ermordet ein 41-Jähriger drei Menschen, darunter seinen dreijährigen Sohn und im pfälzischen Frankenthal verurteilte das Gericht eine 27-jährige Altenpflegerin und zwei Pflegehelfer im Alter von 25 und 49 Jahren - wegen zwei Morden, eines Mordversuchs, Körperverletzung, sexuellen Missbrauchs und weiterer Vergehen an Heimbewohnerinnen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Nur drei Beispiele, bei denen die Angeklagten zur Höchststrafe verurteilt wurden.

Lebenslange Freiheitsstrafe

Lautet der Richterspruch „lebenslänglich“, heißt das nicht, dass ein Verurteilter bis zu seinem Tod hinter Gittern sitzt. Denn eine lebenslange Haftstrafe bis zum Tod eines Gefangenen ist mit dem Grundgesetz und der Menschenwürde nicht vereinbar. Gefangene sollen die Chance bekommen, dass sie irgendwann die Freiheit wieder genießen dürfen. Wenn bei einem Bestraften gute Führung und eine gute Sozialprognose vorausgesagt werden kann, so kann nach 15 Jahren die Haft zur Bewährung ausgesetzt werden. Dies gilt nicht, wenn das Gericht eine besonders schwere Schuld feststellt.

Besondere Schwere der Schuld - die Sicherungsverwahrung

Wird einem Täter „Besondere Schwere der Schuld“ nachgewiesen, wenn also ein Straftäter nach der Haftstrafe eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, kann der Richter eine Sicherungsverwahrung anordnen. Für bestimmte Wiederholungstäter kann Sicherungsverwahrung verhängt werden, wenn sie zum dritten Mal verurteilt wurden und aufgrund der ersten zwei Verurteilungen mindestens zwei Jahre im Gefängnis gesessen haben. Die Sicherungsverwahrung kann bereits beim Urteil oder nachträglich angeordnet werden. Alle zwei Jahre muss die Sicherungsverwahrung neu geprüft werden. Der Untergebrachte kann auch vom Gericht in ein psychiatrisches Krankenhaus oder Suchtklinik überwiesen werden, wenn dies zur Resozialisierung dient. Eine Rückkehr in die Sicherungsverwahrung kann angeordnet werden, wenn kein Erfolg erzielt wurde, oder die Resozialisierung in der Sicherungsverwahrung besser gefördert wird.

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