Fahrprüfung Jeder Dritte fällt bei der Führerschein-Prüfung durch

Immer mehr Jugendliche fallen durch die Führerscheinprüfung.
Immer mehr Jugendliche fallen durch die Führerscheinprüfung. © Foto: Swen Pförtner/dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 14.02.2019
Die Durchfallquote bei der Führerscheinprüfung ist bundesweit seit Jahren gestiegen. Woran das liegt, erfährst du hier.

Bundesweit sind die Zahlen der Fahranfänger gestiegen, die durch die Führerscheinprüfungen gefallen sind. Mehr als jede dritte Theorieprüfung wurde 2017 nicht bestanden. Der Anteil an nicht bestandenen theoretischen Prüfungen 2017 lag bei 36,8 Prozent (2016: 34,8 Prozent). Bei der praktischen Prüfungen haben 28,1 Prozent der Teilnehmer versagt (2016: 26,6 Prozent).

Woran liegt das?

Für den Vorsitzenden des Fahrlehrervebandes in Baden-Württemberg, Jochen Klima, spielen viele Faktoren eine Rolle. „ Zum einen sind es Zuwanderer, denen es schwer fällt, mit dem deutschen Verkehrssystem klarzukommen, aber auch mit der Komplexität im Straßenverkehr sind gerade jugendliche Fahranfänger überfordert.“ Hinzu kommt noch ein mangelndes Interesse der Jugendlichen. „Die Prüfungen werden nicht mehr ernst genommen“, ergänzt Klima. Das liege auch daran, dass die Führerscheinprüfung beliebig oft wiederholt werden kann. „Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie sie noch vor ein paar Jahren galt, als der Prüfling, nach dem er ein drittes Mal durchgefallen war, zur medizinisch-psychologischen Untersuchung musste“, erklärt Klima.

Digitales Interesse ist größer

Früher stand der Führerschein auf der Prioritätenliste ganz oben. „Heute läuft der Führerschein so nebenher, neben dem ganzen alltäglichen Stress, den die Jugendliche sonst noch so haben“, sagt Klima. Zeitdruck spielt bei der Durchfallquote sicherlich eine Rolle. Hinzu kommt, dass das digitale Interesse weitaus höher ist, als das Interesse am Verkehrsgeschehen. „Das fängt schon damit an, dass Jugendliche als Beifahrer lieber auf ihr Handy schauen, als sich für den Verkehr und das Autofahren zu interessieren“, sagt der Vorsitzende des baden-württembergischen Fahrlehrerverbandes.

Führerschein kann richtig teuer werden

Theoriestunden, Fahrstunden und Gebühren für die Prüfung. Da kann der Führerschein ganz schön teuer werden, wenn dann noch zusätzliche Kosten für eine Nachprüfung anfallen, sind schnell mehr als 2000 Euro fällig. Die Kosten schwanken von Bundesland zu Bundesland. Wer allerdings meint, seinen Führerschein in dem Bundesland zu machen, die die billigsten Fahrschulen hat, wird Pech haben. „Der Führerschein muss grundsätzlich am Wohnort gemacht werden“, sagt Jochen Klima.

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