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Angehörige der Unfallopfer von Madeira reisen nach dem tödlichen Busunglück auf die portugiesische Ferieninsel.

„Erste Angehörige sind auf dem Weg nach Madeira und werden dort von den Fachkräften in Empfang genommen und unterstützt“, teilte der Reiseveranstalter trendtours am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) mit. Das Unternehmen habe ihnen diese Möglichkeit angeboten.

Leichtverletzte können Heimreise antreten

Leichtverletzte könnten umgehend die Heimreise antreten. „Wir haben für unsere Gäste ausreichend Flugkontingente organisiert, so dass jeder auf eigenen Wunsch nach Hause reisen kann“, hieß es. Die Behörden und trendtours wollten die Betroffenen „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ nach Deutschland ausfliegen und sie dort mit ihren Angehörigen zusammenbringen.

Vorkehrungen für Heimreise der Verletzten

Außenminister Heiko Maas (SPD) war am Gründonnerstag auf die portugiesische Atlantikinsel gereist und hatte an der Unglücksstelle einen Kranz niedergelegt. Er traf mit seinem Amtskollegen Augusto Santos Silva zusammen und dankte den Rettern. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Verletzten, die transportfähig sind, nach Hause zu bringen“, sagte Maas am Abend. Dafür sei er mit Medizinern der Bundeswehr und des Auswärtigen Amts zum Unglücksort gereist, die Vorkehrungen für die Heimreise der Verletzten träfen.

Noch 16 Verletzte in Klinik - zwei auf Intensivstation

Zwei Tage nach dem tödlichen Busunglück wurden am Karfreitag noch 16 Verletzte im Krankenhaus behandelt. Niemand sei mehr in Lebensgefahr, zwei Patienten lägen aber weiter auf der Intensivstation, zitierte die Online-Zeitung „Observador“ die Direktion der Klinik Dr. Nélio Mendonça in der Hauptstadt Funchal. In ganz Portugal galt derweil eine dreitätige Staatstrauer in Gedenken an die 29 Todesopfer. Auch vor dem Hotel „Quinta Splendida“, in dem die Urlauber wohnten, hingen die Flaggen auf halbmast.

Unfall Busunglück in Portugal: Mindestens 29 Tote

Ein Reisebus mit Dutzenden deutschen Urlaubern war am frühen Mittwochabend in dem Ort Caniço von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt. Die Gruppe wollte zu einem typisch madeirischen Abendessen in Funchal und hatte gerade erst das Hotel verlassen, als der Unfall geschah.

Bremsversagen als mögliche Unfallursache

Die Behörden ermittelten am Freitag weiter zur Unfallursache und versuchten, die Opfer zu identifizieren. Augenzeugen zufolge könnte das Unglück auf ein Bremsversagen zurückgehen. Der Bus sei immer schneller geworden, während der Fahrer verzweifelt versucht habe, das Fahrzeug zum Halten zu bringen, hatten Augenzeugen im portugiesischen Fernsehen erzählt. Dabei prallte der Bus auch gegen eine Betonwand, an der schwarze Streifspuren zurückblieben.

Fast alle Passagiere seien bei dem Unfall aus dem Bus herausgeschleudert worden, zitierten Medien den Koordinator der medizinischen Notfalldienste, António Coelho. „Nur fünf Menschen, darunter der Fahrer, waren beim Eintreffen der Rettungsteams im Bus. Alle anderen befanden sich außerhalb.“ Wahrscheinlich hätten sie keine Sicherheitsgurte angelegt, meinte Coelho.

14 Deutsche und 2 Portugiesen im Krankenhaus

Neben zwei Portugiesen befinden sich am Karfreitag noch 16 Deutsche in der Klinik. Ursprünglich wurden 26 Deutschen in das Krankenhaus eingeliefert. Bei dem Unfall waren auch der Fahrer und der Reiseleiter verletzt worden, beides Einheimische. Der Fahrer konnte Berichten zufolge bisher nicht befragt werden. Wie die Klinik weiter mitteilte, war ein Patient gestorben. Etliche andere wurden mittlerweile entlassen.

Bis zum Freitag gab es noch keine offizielle Bestätigung der Bundesregierung, ob die Todesopfer - nach portugiesischen Berichten 11 Männer und 18 Frauen - ausschließlich Deutsche waren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sind wahrscheinlich 27 der 29 Toten deutsche Staatsangehörige. Nach portugiesischen Medienberichten könnten auch zwei Einheimische ums Leben gekommen sein.

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