Im Juli 2021 wird das Opferfest gefeiert. Kurban Bayrami oder auch Eid al-Adha – der höchste Feiertag im Islam hat verschiedene Namen. Nach dem Fastenmonat Ramadan im April und Mai steht im Juli Bayram an.
Wann wird das Opferfest 2021 gefeiert? Und was wünscht man sich zum Opferfest auf türkisch oder arabisch? Hier erfahrt ihr alles, was ihr zum Datum und der Bedeutung des muslimischen Feiertags wissen müsst.

Datum: Wann ist das Opferfest 2021?

Wann das Opferfest beginnt, wird nach dem Mondkalender berechnet. Daher verschiebt sich das Datum im Sonnenkalender pro Jahr jeweils um elf Tage rückwärts.
Im Jahr 2021 wird das Opferfest im Juli gefeiert, vom 19.07.2021 bis zum 23.07.2021.

Bedeutung und Islam: Warum feiern Muslime das Opferfest?

Das Opferfest ist das wichtigste Fest im Islam, vergleichbar mit Weihnachten im Christentum. Es findet immer zum Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka statt und erstreckt sich über vier Tage.
Sunniten und Schiiten ehren mit dem Opferfest den Propheten Abraham. Dieser soll Gott ausnahmslos vertraut haben und sogar bereit gewesen sein, seinen Sohn Ismael zu opfern, als Gott ihn darum bat. Als Gott den Treuebeweis Abrahams erkannte, verhinderte er jedoch im letzten Augenblick das Opfer. Abraham opferte aus Dankbarkeit stattdessen einen Widder.
Für gläubige Muslime ist diese Geschichte ein Beweis dafür, dass sie vollkommen auf Gott vertrauen können. Der Prophet Mohammed führte das Opferfest als Erinnerungsfest während seiner ersten Pilgerfahrt nach Mekka ein. Bis heute feiern Millionen Muslime das Opferfest – manche von ihnen pilgern nach Mekka, andere feiern zu Hause, bei Verwandten oder Freunden.

Ablauf: Wie wird das Opferfest gefeiert?

Die Feierlichkeiten anlässlich des Opferfestes beginnen bereits am Vorabend, am „Tag Arafat“. Die Gläubigen, die nach Mekka pilgern, beten an diesem Tag am Berg Arafat und sind den ganzen Tag über vollständig auf Gott konzentriert. Anders als im Ramadan ist das Fasten an diesem Tag freiwillig. All denen, die fasten, sollen die Sünden des vergangenen und des kommenden Jahres verziehen werden.
Der Morgen des ersten Feiertags beginnt mit einem Gebet in der Moschee. Im Anschluss wird ein Tier rituell geschlachtet. Meist handelt es sich hierbei um Lämmer oder Rinder. Das Opfertier wird nach islamischen Regeln geschächtet, es wird also an der Halsschlagader ausgeblutet.
Traditionsgemäß schlachtet der Familienälteste das Tier. Heutzutage wird diese Aufgabe aber Fachkräften überlassen. Alle Muslime, die dazu finanziell in der Lage sind, haben die Pflicht, zum Opferfest ein Tier zu schlachten.
Anschließend wird das Fleisch des geopferten Tiers in drei Teile geteilt: ein Teil geht an Bedürftige, ein weiterer wird an Verwandte und Freunde verteilt. Der dritte Teil ist für den eigenen Gebrauch bestimmt und wird direkt nach der Schlachtung verzehrt.
Zu diesem Festessen sind Freunde und Verwandte eingeladen. Die Tage nach dem Festmahl werden – ähnlich wie bei vielen Christen die Weihnachtsfeiertage – mit der Familie verbracht.

Was wünscht man zum Opferfest? Wünsche auf Türkisch und Arabisch

Freunde und Verwandte wünschen sich anlässlich der Feierlichkeiten gegenseitig ein gesegnetes Opferfest, oder auch „Kurban Bayramin kutlu olsun“. Nach dem gemeinsamen Essen wünscht man dem Gastgeber traditionell, dass Allah das Tieropfer akzeptiere. Dazu sagt man „Allah kabul etsin“. „Kurban bayraminiz mübarek olsun“ bedeutet auf Türkisch „Wünsche Ihnen ein gesegnetes Opferfest“. Auf Arabisch wünscht man sich mit „ʿīd mubārak“ oder „Kull 'am wa antum bi chair“ ein gesegnetes Fest. Auf Malaysisch sagt man dazu „Hari Raya Puasa“.

Opferfest Beurlaubung: Schulfrei und arbeitsfrei?

Ob und wie Schüler zum Opferfest von der Schulpflicht befreit werden, ist je nach Bundesland und Schule unterschiedlich. Generell können Eltern an bestimmten religiösen Feiertagen einen Antrag auf Freistellung vom Schulbesuch für ihre Kinder stellen.
Arbeitnehmer können anlässlich des Opferfestes meist einen freien Tag von ihren Arbeitgebern einfordern, es kann allerdings passieren, dass dieser nicht vergütet wird.
In Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung wie z. B. der Türkei gilt das Opferfest als ein gesetzlicher Feiertag und ist dementsprechend grundsätzlich arbeitsfrei. Schulen und die meisten Geschäfte werden anlässlich des Opferfestes geschlossen.