Otaki Wanderer sterben in tödlicher Aschewolke

Die Region um den Vulkan wurde weiträumig abgesperrt.
Die Region um den Vulkan wurde weiträumig abgesperrt. © Foto: dpa
Otaki / AFP 29.09.2014
Dramatische Folgen eines Vulkanausbruchs in Japan: Rettungskräfte fanden mehr als 30 leblose Wanderer nahe des Gipfels des Ontake.

Ein Ausbruch des Vulkans Ontake (3067 Meter) in Japan ist für zahlreiche Wanderer zur Todesfalle geworden: In Gipfelnähe entdeckten Rettungskräfte gestern mehr als 30 leblose Bergsteiger. Der für seine spektakulären Ausblicke bekannte Ontake war am Samstag ausgebrochen, eine Wolke aus Steinen und heißer Asche ging auf die Wanderer nieder, berichtete die Polizei.

"Wir haben die Bestätigung, dass mehr als 30 Menschen mit einem Herzstillstand in der Nähe des Gipfels gefunden wurden", sagte ein Sprecher. Die Retter benutzen den Ausdruck "Herzstillstand" für Menschen ohne sichtbare Lebenszeichen, bevor Ärzte deren Tod bestätigen. Vier Leichen wurden gestern vom Vulkan heruntergebracht.

Über die Nationalität der Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, es werde geprüft, ob Deutsche unter den Todesopfern seien. Die Rettungskräfte mussten gestern Nachmittag ihre Arbeit einstellen, da der Gehalt von Schwefelgas in der Luft ein gefährliches Niveau erreichte. Eine bis zu 20 Zentimeter dicke Ascheschicht bedeckte Teile des Berghangs.

Der Ontake ist bei Touristen besonders im Frühherbst beliebt, wenn sich die Blätter der Bäume verfärben. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs waren zahlreiche Wanderer in der Region unterwegs und fanden teils Zuflucht in Schutzhütten. Einer Gruppe von 25 Menschen gelang gestern der Abstieg. "Die Leute gerieten in Panik", sagte ein Überlebender, das Gesicht von Asche verschmiert, dem Fernsehsender NHK. "Ich bin froh, lebend zurück gekommen zu sein." Insgesamt konnten sich etwa 230 Wanderer in Sicherheit bringen.

Mindestens 30 Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte durch die heiße Asche oder herabfallende Steine verletzt. Der Fernsehsender NHK zeigte ein Video, das ein Wanderer kurz nach dem Ausbruch in einer Schutzhütte aufgenommen hatte. Darin ist zu hören, wie Steine auf Dach und Wände prasseln, während die Wanderer in Panik schreien. Eine Aschewolke verdunkelt dann die Fenster, bevor nur noch die Einschläge der Steine zu hören sind.

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