Fichtenwalde Waldbrand bei Potsdam: Feuer sind unter Kontrolle

Potsdam / DPA /swp 27.07.2018
Die Einsatzkräfte haben den Waldbrand bei Fichtenwalde in Brandenburg durch pausenlose nächtliche Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht.

Nach Angaben der örtlichen Feuerwehr und des Kreises Potsdam-Mittelmark vom Freitagmorgen waren die Flammen in dem teils durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verseuchten Gebiet allerdings noch nicht ganz gelöscht. Eine zeitweise befürchtete Evakuierung des Orts Fichtenwalde erwies sich als unnötig.

Ein Sprecher des Landratsamts erklärte, die Feuerwehr sei die Nacht über im Einsatz gewesen. Brandstellen würden beobachtet, um ein neuerliches Aufflammen zu verhindern. Die Flammen wüteten nach Angaben des Innenministeriums in Potsdam auf einer Fläche von etwa 40 bis 50 Hektar.

Die Feuerwehr Fichtenwalde berichtet auf ihrer Facebook-Seite, der Einsatz sei in der Nacht auf "Hochtouren" weitergelaufen. "Der Brand ist noch nicht gelöscht", teilten die Brandbekämpfer dort am Freitagmorgen mit. Es gebe weiterhin "noch viel zu tun".

Polizei und Bundeswehr unterstützen

Im Kampf gegen den schweren Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam bei Fichtenwalde wird auch ein Wasserwerfer der Brandenburger Polizei eingesetzt. Die Bundeswehr helfe außerdem weiterhin mit einem Hubschrauber, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Potsdam mit. Nach Angaben der Feuerwehr kam auch ein Löschpanzer zum Einsatz, der bereits bei Waldbränden auf früheren Truppenübungsplätzen geholfen hatte

Ein Polizeihubschrauber werde genutzt, um sich weiterhin einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Rund 250 Helfer seien im Einsatz bei dem Brand in der Ortschaft, die zur Spargelstadt Beelitz gehört.

Autobahnen teilweise gesperrt

Wegen Autobahnsperrungen gab es laut Polizei lange Staus. Das Technische Hilfswerk, Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenwesen und des Kreises versorgten demnach die festsitzenden Autofahrer.Der Bahnverkehr war wegen des Brandes nicht beeinträchtigt, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte.

Kampfmittel im Boden erschweren Löscharbeiten

Die Feuerwehr hatte die ganze Nacht gegen die Flammen angekämpft. Schwierig sei vor allem, dass die Einsatzkräfte nicht in das betroffene Gebiet hinein könnten, weil dort alte Kampfmittel im Boden lägen, sagte Engel. „Es gab auch die ersten Informationen, dass es hier und da zu Detonationen gekommen ist.“ Deswegen sei Vorsicht geboten. Die Sicherheit der Helfer gehe vor.

Grundsätzlich stellen Vegetationsbrände die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Wir haben dazu mit Sebastian Hodapp aus dem Vorstand der auf Vegetationsbrände spezialisierten internationalen Hilfsorganisation @fire gesprochen:

Fichtenwalde muss nicht evakuiert werden

Die Feuerwehrleute sorgten nun vor allem dafür, dass sich der Brand nicht weiter ausbreite. Dafür wurde unter anderem mit einem sogenannten Schaumteppich eine Barriere entlang des Europa-Radweges hergestellt. Unterstützung gab es am Donnerstagabend durch Hubschrauber der Bundespolizei und der Bundeswehr. Eine zunächst angedachte Evakuierung der Ortschaft Fichtenwalde war am Donnerstagabend abgesagt worden. „Die Gefahr ist erstmal gebannt“, sagte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU).

Noch reichen die eigenen Kräfte aus

Im Kampf gegen die Flammen ist laut Engel möglicherweise noch mehr Hilfe von außen nötig, etwa aus Berlin. Im Moment reichten die Kräfte in Brandenburg noch aus, sagte Engel. „Wenn wir viele Brände haben, wird es eng“, ergänzte er jedoch.

Neben dem Großbrand in der Ortschaft Fichtenwalde beschäftigt die Brandenburger Feuerwehr auch ein großflächiges Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming). Bis zum Donnerstagabend waren rund 160 Hektar Fläche verbrannt. Die Einsatzkräfte rechneten damit, dass die Flammen auch in den nächsten Tagen noch wüten werden. Weil die Brandfläche mit Munitionsresten kontaminiert ist, können Feuerwehrleute sie nicht betreten.

Auch im Sauerland wüten Brände

Auch die Feuerwehr im Sauerland kämpft seit Donnerstagnachmittag gegen einen Waldbrand zwischen Altena und Iserlohn. Die Stelle sei schwer zugänglich, an einem steilen Hang, sagte der Sprecher des Märkischen Kreises, Hendrik Klein, am Freitagmorgen. Außerdem gebe es keine Wege, die dorthin führen würden. Die Dunkelheit hätte die Arbeiten am Donnerstagabend noch mehr erschwert und den Einsatz eines Löschhubschraubers zunächst unmöglich gemacht. Dieser sollte dann voraussichtlich am Freitag eingesetzt werden.

Auch im Alb-Donau-Kreis könnten Flächenbrände ein Thema werden. Die um diese Jahreszeit in die Höhe gewachsenen Getreidefelder würden Flächenbrände generell begünstigen, sagt Kreisbrandmeister Ralf Ziegler.

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