• Die Bundestagswahl findet am Sonntag, den 26. September 2021 statt
  • Aber welche Partei soll ich wählen? Der Wahl-O-Mat zeigt dir, welche Partei am besten zu dir passt
  • Das Team des Wah-O-Mat hat dafür Aussagen aus den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien verglichen
  • Den Test, mit welchen Interessen und Zielen der Parteien ihr am meisten übereinstimmt, könnt ihr hier machen: man kann 38 Theseen bewerten
  • Wo gibt es den Wahl-O-Mat als App – und wo finde ich eine Alternative dazu? Alle Infos im Überblick
Am 26. September 2021 findet die Bundestagswahl 2021 statt: Alle Bürgerinnen und Bürger sind dann aufgerufen, Abgeordnete und Parteien für den Deutschen Bundestag zu wählen.
Doch angesichts der Vielzahl an Parteien und Kandidaten, die zur Wahl stehen, wissen einige Wählerinnen und Wähler nicht, für wen sie stimmen sollen. Viele entscheiden sich erst kurz vor der Wahl, wo sie ihr Kreuzchen machen.
Außerdem gibt es vor jeder Wahl Erstwähler, also junge Menschen, die nach ihrem 18. Geburtstag zum ersten Mal wählen gehen dürfen. Andere haben wiederum Jahrzehnte für dieselbe Partei gestimmt, sind mit ihr aber nicht mehr einverstanden und überlegen jetzt, ob sie überhaupt noch wählen gehen sollen und wenn ja, welche Partei.

Bundestagswahl 2021: Wahlomat hilft, sich für eine Partei und Kandidaten zu entscheiden

Beiden Gruppen könnte der Wahl-O-Mat helfen. Mit dem Online-Tool der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) können sie prüfen, welche Partei am ehesten ihre Interessen vertritt – und müssen sich nicht Hunderte Seiten Wahlprogramme durchlesen. Stattdessen werden ihnen 38 Thesen vorgestellt, denen sie per Mausklick entweder zustimmen, sie ablehnen oder sich enthalten können. Aus den Antworten leitet das Programm dann eine politische Einstellung ab und vergleicht diese mit Informationen aus den Wahlprogrammen. Die bpb bietet das Tool vor allen Bundestags-, Landtags-, und Europawahlen an.

Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Der Wahlomat gibt anhand verschiedender Fragen einen Überblick über die Parteien und Programme.
Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Der Wahlomat gibt anhand verschiedender Fragen einen Überblick über die Parteien und Programme.
© Foto: Kay Nietfeld


Wahlomat zur Bundestagswahl 2021 starten: Hier geht’s zum Wahl-O-Mat

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 ist mittlerweile online verfügbar. Hier könnt ihr den Wahl-O-Mat ausprobieren:

Wie funktioniert der Wahlomat 2021?

Nutzerinnen und Nutzern soll der Wahlomat eine Entscheidungshilfe bei der Bundestagswahl sein. Er soll einen Überblick über die Programmpunkte der wählbaren Parteien in Deutschland geben. Es werden in der App oder am Computer Thesen oder Standpunkte präsentiert, auf die Userinnen und User dann mit „Stimme zu“, „Stimme nicht zu“ oder „Neutral“ antworten. Es ist auch möglich, Antworten zu überspringen und Themen hervorzuheben, die einem persönlich besonders wichtig sind. Am Ende wird das Ergebnis ausgewertet und es folgt eine Auflistung darüber, welche Partei welchen Standpunkt zur jeweiligen These vertritt. Der Wahl-O-Mat soll dann zeigen, welche Partei am besten zu den persönlichen Interessen und Wünschen passt.

Die App des Wahlomat – für Android und Apple

Die Bundeszentrale für Politische Bildung bietet den Wahlomat auch als App an – für Android und für Apple. Hier könnt ihr die App herunterladen.

Parteien im Wahlomat 2021: Das planen Grüne, CDU, SPD und Co. nach der Bundestagswahl

An der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 nehmen von den 54 zugelassenen Parteien letztendlich 47 Parteien teil. Das Online-Portal zum „Wahl-O-Mat“ wurde zum ersten Mal bei der Bundestagswahl 2002 eingesetzt. Damals wurde es 3,6 Millionen Mal genutzt. Seitdem stieg die Zahl stetig, auf zuletzt 15,7 Millionen bei der Wahl 2017, berichtet der Deutschlandfunk.

Wer hat den Wahlomat entwickelt?

Die Thesen, die dir der Wahl-O-Mat vorstellt, hat eine Redaktion aus Jungwählern unter 26 Jahren, Politikexperten und Wissenschaftlern entwickelt. Mit dabei war auch die Ulmerin Lara Zell.

Wahlomat zur Bundestagswahl 2021: Südwest Presse ist Medienpartner

Die Südwest Presse ist gemeinsam mit der Lausitzer Rundschau und der Märkischen Oderzeitung Medienpartner des Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb.

Wahlomat 2021: Um diese Thesen geht es

Die abgefragten Thesen umfassen ein breites Themenspektrum. Aktuelle Aufreger sind dabei - etwa die Begrenzung von Mieterhöhungen und die Abschaffung des Verbrennungsmotors. Es geht um heiße Eisen wie Klimawandel und Migration. Doch es finden sich auch diverse Klassiker, die in der politischen Debatte in Deutschland schon lange auf halber Flamme köcheln, zum Beispiel die Abschaffung des Soli, eine Rückkehr der Vermögenssteuer oder die Schuldenbremse.
Einige Punkte dürften für viele eher in die Kategorie Nischenthema fallen. Beispiele:
  • „Der kontrollierte Verkauf von Cannabis soll generell erlaubt sein.“
  • Oder: „Impfstoffe gegen Covid-19 sollen weiterhin durch Patente geschützt sein.“
  • Oder etwa das Thema Gendern: „Bundesbehörden sollen in ihren Veröffentlichungen unterschiedliche Geschlechtsidentitäten sprachlich berücksichtigen“
Andersherum ließe sich einwenden, dass durchaus sehr relevante Themen wie die zukünftige Finanzierung der Rente eher zu kurz kommen.
Welche vorgestellten Thesen wie bedeutend sind, ist natürlich Ansichtssache. Daher lassen sich am Ende diejenigen Aussagen, die einem besonders wichtig sind, stärker gewichten. Schlussendlich erfährt man in Form eines Balkendiagramms, zu wie viel Prozent man mit den Positionen der Parteien übereinstimmt. Dabei lassen sich einzelne auswählen oder mit einem Haken alle, die zur Auswahl stehen.

U18-Bundestagswahl: So hätten Kinder und Jugendliche am Sonntag gestimmt

In der vergangenen Woche konnten Kinder und Jugendliche im Rahmen der U18-Wahl entscheiden, welcher Partei sie bei der Bundestagswahl am Sonntag ihre Stimme gegeben hätten. Bundesweit gingen in 2.699 Wahllokalen rund 262.000 Menschen unter 18 Jahren an die Wahlurnen. Damit hat sich eine Rekordzahl an jungen Menschen beteiligt. Bei der letzten U18-Bundestagswahl 2017 hatten knapp 220.000 in rund 1.500 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben.
Das Endergebnis aller ausgezählten Stimmen für die U18-Bundestagswahl 2021: Bündnis 90/Die Grünen 21,0%, SPD 19,2%, CDU/CSU 16,9%, FDP 12,0% Die Linke 7,5%, AfD 5,9%, Tierschutzpartei 5,7%. 11,8% der abgegebenen Stimmen verteilen sich auf sonstige Parteien.
"Die Rekord-Beteiligung an der U18-Wahl zeigt, dass junge Menschen mitgestalten und gehört werden wollen. Der große Zuspruch spiegelt das Interesse an Politik wider und zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche für die parlamentarische Demokratie ins Zeug legen", sagt Wendelin Haag, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings.
In der Sat1-Sendung "Kannste Kanzleramt?" mussten sich die Spitzenkandidaten Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz den Fragen von Schülern stellen. Diese dürfen allerdings noch nicht wählen. Einige Verbände fordern eine Absenkung des Wahlalters auf 16 oder 14 Jahre, weil genügend Jugendliche in diesem Alter politisch engagiert seien.
In der Sat1-Sendung „Kannste Kanzleramt?“ mussten sich die Spitzenkandidaten Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz den Fragen von Schülern stellen. Diese dürfen allerdings noch nicht wählen. Einige Verbände fordern eine Absenkung des Wahlalters auf 16 oder 14 Jahre, weil genügend Jugendliche in diesem Alter politisch engagiert seien.
© Foto: dpa/SAT.1
"Die Rekordbeteiligung an U18 zeigt, dass sich sehr viele Kinder und Jugendliche für Politik interessieren, und es ist zu hoffen, dass daraus auch weiteres politisches Engagement entsteht. U18 ist aber auch ein deutliches Zeichen dafür, die Wahlaltersgrenzen in Deutschland abzusenken. Wir brauchen auf allen Ebenen, von der Kommunalwahl bis zur Europawahl, eine Absenkung auf 16 Jahre, und in einem zweiten Schritt auf 14 Jahre", betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.
U18 wird getragen vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Bundesjugendring, den Landesjugendringen sowie vielen Jugendverbänden. Die U18-Bundestagswahl 2021 koordiniert der Deutsche Bundesjugendring. Gefördert wird U18 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Bundeszentrale für Politische Bildung.
Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Wahlkreisen findet ihr unter https://wahlen.u18.org/wahlergebnisse/bundestagswahl-2021.

Neue Funktionen im Wahl-O-Mat vor der Bundestagswahl 2021

Neu ist bei dieser Wahl die Option „Tuning“. Hierbei kann man seine Positionen und Gewichtungen nachträglich ändern und sieht, wie sich das auf das Ergebnis auswirkt. Nach dem Motto: Welches Thema führt denn genau dazu, dass ich dieser oder jener Partei zuneige? Ebenfalls neu ist ein „Parteienvergleich“. Dort erfährt man, bei welchen Themen die Parteien übereinstimmen oder auseinandergehen.
Besonders hilfreich: Unter „Begründungen“ erfahren Wählerinnen und Wähler, warum genau die Parteien einzelne Thesen begrüßen oder ablehnen. Denn jede Position lässt sich ja prinzipiell aus ganz unterschiedlichen Gründen vertreten oder kritisieren.
Dieses Feature ist auch deshalb sinnvoll, weil die Thesen allein teils unpräzise sind, was dem Format geschuldet ist. Beispiel: „Die Möglichkeiten der Vermieterinnen und Vermieter, Wohnungsmieten zu erhöhen, sollen gesetzlich stärker begrenzt werden.“ Hier bleibt offen, welche konkreten Mittel die Politik dabei haben soll.

Welches Ergebnis bekommt der Nutzer?

Der Wahl-O-Mat errechnet am Ende den Grad der Übereinstimmung der eigenen Haltung mit den ausgewählten Parteien. Ein Balkendiagramm zeigt in Prozent, in welchem Ausmaß die Antworten insgesamt mit einer Partei übereinstimmen.

Wahl-O-Mat: Beeinflussen die Parteien die Ergebnisse?

Ihnen werden die Thesen zur Beantwortung zugeschickt. Wissenschaftler prüfen, ob die Positionen und die dazu gelieferten Begründungen plausibel und zutreffend sind. Damit sollen Versuche verhindert werden, durch irreführende Antworten bessere Ergebnisse im Wahl-O-Mat zu erzielen.

Diese Alternativen zum Wahlomat könnt ihr ausprobieren

Es gibt das Portal abgeordnetenwatch.de. Dort musst du nur deine Postleitzahl und das Parlament angeben, welches gewählt wird und schon werden dir alle Kandidaten angezeigt, die in deinem Wahlkreis antreten. Dann kannst du dir die Profile der einzelnen Politiker anschauen oder ihnen über das Portal eine Frage stellen.
Der Wahlswiper funktioniert dagegen ähnlich wie eine Dating-App: Du kannst sowohl am PC als auch in der App einer Aussage zustimmen oder sie ablehnen, indem du nach links beziehungsweise rechts wischst.
Die Anwendung Wahltraut funktioniert wie der Wahl-O-Mat, setzt jedoch den Fokus auf feministische und gleichstellungspolitische Themen.

Gründung, Funktion, Aufrufe – Daten zum Wahlomat

  • Den Wahlomat gibt es seit der Bundestagswahl 2002
  • Bei der Bundestagswahl 2017 wurde er 15,7 Millionen Mal aufgerufen
  • Das Programm stellt den Nutzern verschiedene politische Thesen vor, die sie bewerten können.
  • Das Tool errechnet daraus für jeden Nutzer Prozentwerte, die angeben, mit welchen Parteien er am ehesten übereinstimmt

Wahlomat Nutzer-Rekord: Wie oft wurde er schon benutzt 2021?

Der Wahl-O-Mat hat einen neuen Rekord aufgestellt. Seit dem Start am 2. September wurde das Tool schon mehr als 15,703 Millionen Mal genutzt. Das teilte die Bundeszentrale für politischen Bildung am Freitag mit. Zum Vergleich: Vor der Bundestagswahl 2017 wurde der Wahl-O-Mat insgesamt 15,694 Millionen Mal benutzt.