Wintereinbruch Versicherungsschutz bei Unfall mit Sommerreifen

Winterwetter im Herbst. Autos fahren bei dichtem Schneefall über eine Straße
Winterwetter im Herbst. Autos fahren bei dichtem Schneefall über eine Straße © Foto: Owen Humphreys
Ulm / AB 07.11.2018
Tagsüber noch herrlich warme Temperaturen, doch Nachts grüßt schon der Bodenfrost. Ab wann müssen Autos winterfest sein und was passiert wenn sie es nicht sind?

Temperaturen über 20 Grad und strahlenden Sonnenschein bescherte der diesjährige goldene Herbst. Unter diesen Umständen verschwendet kaum einer bereits einen Gedanken an die Winterreifen. Doch dann ganz plötzlich ist es so weit – das Schmuddelwetter hat Einzug gehalten. Mit dem ersten Schneefall war dann auch allen klar, dass jetzt die Winterreifen an das Auto sollten. Wer dann nicht ganz fix handelt und einen Termin zum Reifenwechseln vereinbart, der muss eventuell mit langen Wartezeiten rechnen oder selbst Handanlegen. Aber was macht der Versicherungsschutz, wenn mit Sommerreifen ein Unfall passiert? Hier findet ihr die Antwort:

Bußgeld und ein Punkt

Alle die jetzt noch keine Winterreifen auf ihrem Auto haben können schon einmal aufatmen. Einen festen Zeitraum, in dem Winterreifen aufgezogen sein müssen gibt es nicht. Ausschlaggebend für die Winterreifenpflicht sind die Straßenverhältnisse. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Winterreifen gefahren werden (§ 2 Abs. 3a StVO). Als Winterreifen gelten sogenannte Matsch und Schneereifen, auch M+S-Reifen genannt.

Wer bei Winterreifenpflicht aber mit Sommerreifen auf den Straßen unterwegs ist, muss bereits nur für die falsche Bereifung mit einem Bußgeld von 60€ rechnen. Wer durch die falschen Reifen eine Verkehrsbehinderung verursacht, muss bereits von 80€ Strafe ausgehen. 100€ werden bei einer Gefährdung kassiert und kommt es zu einem Unfall, erwartet den Fahrer ein Bußgeld von 120€. Zusätzlich zu den jeweiligen Bußgeldern gibt es bei jedem Verstoß einen Punkt in Flensburg.

Was sagt die Versicherung?

Kommt es zu einem Unfall, kann die Versicherung ihre Leistung nur dann kürzen, wenn sie dem Fahrer grobe Fahrlässigkeit nachweisen kann. Beispielsweise wenn bereits seit mehreren Tagen oder Wochen glatte Straßenverhältnisse herrschen und Fahrzeuge mit Sommerreifen Unfälle verursachen.

Wenn grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers grundsätzlich den Schaden des Opfers. Der Versicherungsnehmer kann aber im Nachgang mit bis zu 5.000€ in Regress genommen werden. Außerdem kann dann die Kasko-Versicherung nur zum Teil für Schäden am eigenen Auto aufkommen.

Hat das Unfallopfer die falsche Bereifung kann dieses zu einer Mithaftung verurteilt werden. Dann ersetzt die Kfz-Haftpflicht den entstandenen Schaden nur zum Teil.

Von O bis O

Als Empfehlung gilt die O bis O Regel. Sie steht für von Oktober bis Ostern. In diesem Zeitraum werden Winterreifen empfohlen. Denn auch wenn Tagsüber die Temperaturen in die Höhe steigen, können sie Nachts recht tief fallen und so an tückischen Stellen Bodenfrost verursachen.

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