Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Geld und Personal für die Jugendämter im Südwesten. Die Mitarbeiter in den Behörden seien chronisch überlastet, betonte die Gewerkschaft am Montag in Freiburg. Das belege eine bundesweite Studie der Universität Koblenz, die von einer strukturellen Überforderung der Jugendämter spreche. Auf einen Bediensteten kämen demnach zu viele Fälle. Es brauche zusätzliches Personal sowie höhere Budgets für konkrete Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Zudem müssten die Behördenmitarbeiter besser bezahlt werden.

Nach dem Missbrauchsfall in Staufen bei Freiburg debattiert die Landespolitik über Konsequenzen. Dabei geht es nach Angaben des Sozialministeriums auch darum, die Arbeit der Jugendämter zu verbessern. Im Fall Staufen war ein heute zehn Jahre alter Junge vielfach vergewaltigt und von seiner Mutter und deren Lebensgefährten zur Prostitution gezwungen worden. Das Jugendamt steht in dem Fall in der Kritik, weil es den Jungen zu wenig geschützt haben soll.