Kriminalität Venedig: Diebe nehmen mit, was klein und teuer ist

Großen Schmuck rührten die Diebe nicht an.
Großen Schmuck rührten die Diebe nicht an. © Foto: dpa
Venedig / Wolf H. Wagner 05.01.2018
Aus einer Ausstellung in Venedig wird Maharadscha-Schmuck gestohlen. Zwei Diebe nehmen mit, was klein und teuer ist. Wert der Beute: 3 Millionen Euro.

Schmuck im Wert von drei Millionen Euro haben Diebe aus der Ausstellung „Schätze der Mogule und Maharadschas“ in Venedig gestohlen. Die Polizei geht von zwei Tätern aus. Sie hatte aus den Schauvitrinen nur kleine Schmuckstücke genommen. Experten befürchten, dass die Edelsteine herausgebrochen und einzeln verkauft werden könnten.

Kurz vor Schließung der Ausstellung war es den Tätern gelungen, die Alarmanlage im Dogenpalast zu manipulieren, in dem die Ausstellung abgehalten wurde. So konnten sie die Abdeckungen der Schauvitrinen anheben.

Überwachungskameras nahmen zwei Männer auf, teilte die Polizei mit. Der eine habe den Schmuck an sich genommen, während der andere die Besucher der Ausstellung ablenkte. Dann hätten sie den Dogenpalast in Ruhe verlassen und seien in der Touristenmenge untergetaucht.

Die Diebe hatten die Alarmanlage des Dogenpalasts vor der Tat so manipuliert, dass sie erst zeitverzögert anschlug. Die Alarmanlage gehört nicht zur Ausstattung der Museen, teilte die Polizei mit, sondern sei von der Stiftung Al Thani installiert worden, die auch die ausgestellten Juwelen zur Verfügung gestellt hatte.

Die Ausstellung hat 270 Schmuckstücke und Edelsteine aus dem Besitz Scheichs Hamad bin Abdullah al Thani gezeigt, einem Cousin des Emirs von Katar. Einige der Pretiosen waren bereits im Besitz von Dschingis Khan und Timur gewesen. Hinzu kam Schmuck aus Indien und dem Nahen Osten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, der zum ersten Mal in Italien gezeigt wurde. Als Ganzes sind die Schmuckstücke Experten zufolge kaum zu verkaufen.