In der Türkei wird am Freitag der Prozess gegen die deutsche Journalistin Mesale Tolu und weitere Angeklagte fortgesetzt. Für den Verhandlungstag sei ein Urteil zu erwarten, sagte die Anwältin Gülhan Kaya der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft hatte Tolu und den anderen Angeklagten in der ursprünglichen Anklageschrift unter anderem Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vorgeworfen. Die gilt in der Türkei als Terrororganisation.
Zusätzlich wurde den Angeklagten Propaganda vorgeworfen. Tolu und ihr Ehemann sind bereits 2018 und 2019 nach Deutschland zurückgekehrt. Sie hatte vorher mehr als sieben Monate in türkischer Untersuchungshaft gesessen. Die türkische Staatsanwaltschaft hatte in der vorangegangenen Verhandlung Freispruch in allen Anklagepunkten für Tolu gefordert. Auch die restlichen Mitangeklagten sollten im Anklagepunkt der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation freigesprochen werden. Dem Anwalt Keles Öztürk zufolge wurden jedoch Strafen gegen einige der Angeklagten wegen Terrorpropaganda gefordert - unter anderem für Tolus Ehemann, Suat Corlu.