Die Menschen in vielen Regionen Deutschlands mussten sich am Freitag auf heftige Unwetter einstellen. Das betrifft auch Nordrhein-Westfalen. Im Raum Paderborn gab es zahlreiche Verletzte - vermutlich wegen eines Tornados. Alle Infos dazu gibt es hier.

Tornado bei Paderborn: Zahlreiche Verletzte

Bei dem schweren Unwetter am Freitag sind im Raum Paderborn 30 bis 40 Menschen verletzt worden, davon mindestens zehn schwer. „Im Zuge eines Gewitters hat eine Windhose am Freitagnachmittag eine Schneise der Verwüstung von West nach Ost mitten durch Paderborn in Richtung der östlichen Stadtteile gezogen“, erklärte die Polizei am frühen Abend. Die Beamten berichteten von Millionenschäden. In einem Gewerbegebiet seien Dächer von Hallen angerissen worden. Bleche, Dämmung und andere Materialien seien kilometerweit geflogen.
Auch im etwa 35 Kilometer entfernten Lippstadt meldete die Feuerwehr einen mutmaßlichen Tornado, der schwere Schäden angerichtet habe. Es habe zerstörte Dächer und umgestürzte Bäume im gesamten Stadtgebiet gegeben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Fensterscheiben platzten und Autos wurden durch herabfallende Äste zerstört. Teils seien die Bäume schon am Stamm umgeknickt, berichtete die Gemeinde Altenbeken bei Paderborn - wie von der Hand eines Riesen getroffen.

Unwetter in NRW aktuell: Das erwartet Nordrhein-Westfalen am Freitag, 20.5.22

„Ab den Mittagsstunden auf NRW und Rheinland-Pfalz übergreifende schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr! Dabei lokal extrem heftiger Starkregen um 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, großer Hagel bis fünf Zentimeter und schwere Sturmböen bis Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern. Vereinzelte Tornados nicht ausgeschlossen“, prognostizierte der DWD in Offenbach am Morgen.
Am Wochenende soll sich das Wetter in NRW wieder beruhigen. Es wird mit Höchsttemperaturen von 18 bis 22 Grad jedoch deutlich kühler und niederschlagsfrei.

Hochwasser-Informationsdienst in Nordrhein-Westfalen aktiviert

Angesichts der Wetterprognosen aktivierte das Landesamt für Natur und Umwelt in NRW den Hochwasserinformationsdienst: Die Niederschläge könnten sich auf die Abflüsse in den Gewässern im Land auswirken. Eine konkrete Vorhersage sei noch nicht möglich. In von Starkregen betroffenen Gebieten könne es zu örtlichen Überflutungen kommen, die Wasserstände könnten in den betroffenen Gebieten deutlich ansteigen.

Wegen Unwetter am Donnerstag: Bäume blockierten Bahnstrecken in NRW

Schon am Donnerstag hatte eine Gewitterfront am Nachmittag Nordrhein-Westfalen erreicht. Das Unwetter war über den Südwesten bei Aachen gezogen und dann über das Rheinland sowie das Münsterland und das Ruhrgebiet hinweg. Später zog die Gewitter-Front weiter über Südwestfalen Richtung Ostwestfalen-Lippe.  Infolge des Unwetters haben umgestürzte Bäume am Niederrhein und im Münsterland Bahnstrecken blockiert. Zwischen Düsseldorf und Leverkusen stürzte ein Baum am Donnerstag auf die Nord-Süd-Hauptstrecke. 
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Nachmittag für weite Teile in Nordrhein-Westfalen Warnungen vor schwerem Gewitter herausgegeben. Das Unwetter erreichte laut DWD zunächst den Westen des Münsterlandes, des Ruhrgebiets und des Rheinlands. Vielerorts verdunkelte sich dort am Nachmittag schlagartig der Himmel: Es begann zu regnen, zu donnern und zu blitzen.
Am Nachmittag gab der DWD weitere Warnungen vor schwerem Gewitter in Landkreisen in Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe heraus. Demnach müssten die Menschen dann im gesamten Bundesland mit orkanartigen Böen, Hagelkörnern und heftigem Starkregen rechnen. Der Düsseldorfer Wildpark und der Zoo Dortmund wurden bereits am Nachmittag geschlossen. 

So wird das Wetter in Deutschland

Ein Blick auf die Wetterlage in anderen Bundesländern: