Unfallstatistik 2022: In diesen Bundesländern leben Autofahrer am gefährlichsten

Verkehrsunfälle passieren in Deutschland jeden Tag. Doch in welchen Bundesländern leben die Autofahrer am gefährlichsten?
© Kara/stock.adobe.comDas Statistische Bundesamt hat die Straßenverkehrsunfallstatistik für 2022 herausgegeben. Sie erfasst alle von der Polizei aufgenommenen Unfälle, bei denen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Personenschaden oder Sachschaden entstanden ist.
Unfallstatistik 2022: Mehr Verkehrstote als im Vorjahr
Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 2 788 Menschen bei Verkehrsunfällen auf den Straßen getötet, was einem Anstieg von 9 % oder 226 mehr Todesopfern im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Laut den endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) blieb die Anzahl der Verkehrstoten jedoch weiterhin unter der Marke von 3 000 Personen. Diese Grenze wurde erstmals im Jahr 2020 unterschritten, einem Jahr, das stark von der Corona-Pandemie geprägt war und in dem deutlich weniger Menschen unterwegs waren als in den Vorjahren. Die Anzahl der Personen, die bei Verkehrsunfällen verletzt wurden, stieg im Jahr 2022 um 12 % auf 361 134 Verletzte. Dennoch blieb die Zahl der Getöteten und Verletzten auf einem der niedrigsten Niveaus seit fast 70 Jahren. Durchschnittlich gab es pro Tag 989 Verletzte und statistisch etwa 8 Todesopfer im Straßenverkehr.
Deutlicher Anstieg der Alkoholunfälle
Die Polizei hat 2022 insgesamt weniger Unfälle als vor der Corona-Pandemie registriert. Eine Ausnahme bildeten dabei die Alkoholunfälle. Zwischen 2015 und 2019 schwankte ihre Zahl zwischen 34.000 und 36.000, während der Pandemie lag sie unter 33.000. Im Jahr 2022 wurden jedoch 38.771 Unfälle verzeichnet, an denen mindestens eine beteiligte Person alkoholisiert war. Dies entspricht einem Anstieg von 19 % bei Alkoholunfällen im Vergleich zum Vorjahr. Noch deutlicher war die Entwicklung bei Alkoholunfällen mit verletzten oder getöteten Personen: Zwischen 2015 und 2019 wurden jährlich zwischen 13.000 und 14.000 Alkoholunfälle mit Personenschaden erfasst, während es im Jahr 2022 16.807 Unfälle waren, was einem Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Anteil von Radfahrerinnen und -fahrern an den Verkehrstoten seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt
Die Zahl der tödlich verunglückten Fahrer von Krafträdern mit amtlichem Kennzeichen ist nur unterdurchschnittlich um 48 % gesunken. Der Rückgang bei Fahrradfahrern war mit -28 % besonders gering.
Trotz des überdurchschnittlichen Rückgangs stellen Pkw-Insassen immer noch die Mehrheit der Verkehrstoten dar. Allerdings machten sie im Jahr 2000 noch 59 % aller Verkehrstoten aus, während es 2022 nur noch 43 % waren. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der auf einem Kraftrad mit amtlichem Kennzeichen Getöteten von 13 % auf 18 % gestiegen, und der Anteil der Radfahrer an den Verkehrstoten hat sich fast verdoppelt, von 9 % im Jahr 2000 auf 17 % im Jahr 2022.
In diesen Bundesländern gab es 2022 die meisten Verkehrstoten
Auf der Webseite des Bundesamts für Statistik werden zudem die bei Verkehrsunfällen Getöteten nach Bundesländern aufgeführt. Die Zahlen verstehen sich dabei je 1 Million Einwohner:
- Sachsen-Anhalt: 70 Tote je 1 Million Einwohner
- Mecklenburg-Vorpommern: 52 Tote je 1 Million Einwohner
- Niedersachsen: 46 Tote je 1 Million Einwohner
- Brandenburg: 44 Tote je 1 Million Einwohner
- Thüringen: 40 Tote je 1 Million Einwohner
- Bayern: 39 Tote je 1 Million Einwohner
- Schleswig-Holstein: 35 Tote je 1 Million Einwohner
- Rheinland-Pfalz: 34 Tote je 1 Million Einwohner
- Hessen: 33 Tote je 1 Million Einwohner
- Baden-Württemberg: 31 Tote je 1 Million Einwohner
- Saarland: 31 Tote je 1 Million Einwohner
- Sachsen: 29 Tote je 1 Million Einwohner
- Nordrhein-Westfalen: 25 Tote je 1 Million Einwohner
- Bremen: 15 Tote je 1 Million Einwohner
- Hamburg: 13 Tote je 1 Million Einwohner
- Berlin: 9 Tote je 1 Million Einwohner
