Die ukrainische Verteidigung hält nach Einschätzung britischer Geheimdienste noch immer die westlichen Bezirke der schwer umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut. Allerdings seien sie in den vergangenen 48 Stunden „besonders starkem russischen Artilleriebeschuss“ ausgesetzt gewesen, wie das Verteidigungsministerium in London am Freitag mitteilte. Grund dafür sei, dass die Streitkräfte des russischen Verteidigungsministeriums und der russischen Söldnergruppe Wagner besser kooperierten.

Ukraine mit erheblichen Nachschubproblemen

Laut britischen Geheimdiensten haben die ukrainischen Streitkräfte erhebliche Nachschubprobleme. Dennoch haben sie sich geordnet aus den Positionen zurückgezogen, die sie aufgeben mussten. Im Stadtzentrum von Bachmut führen Wagner-Angriffsgruppen weiterhin den Hauptvormarsch durch, während russische Luftlandetruppen (VDV) einige Wagner-Einheiten abgelöst haben, um die Nord- und Südflanke der Operation zu sichern.

Lage in Bachmut spitzt sich zu

Die Lage in Bachmut hat sich in den letzten Tagen weiter zugespitzt. Beide Kriegsparteien berichten von monatelangen und verlustreichen Kämpfen, wobei die russischen Angreifer eigenen Angaben zufolge zuletzt Geländegewinne erzielt haben und rund 80 Prozent der Stadt erobert haben. Auch von einer Einkesselung ukrainischer Truppen war die Rede. Kiew hingegen weigert sich, die fast völlig zerstörte Stadt aufzugeben, um die russischen Angreifer zu verlustreichen Angriffen zu zwingen und die Moskauer Truppen auf diese Weise abzunutzen. Bachmut hatte früher 70.000 Einwohner, doch derzeit halten Tausende immer noch aus.
Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht täglich Informationen zum Kriegsverlauf unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Dies soll dazu dienen, sowohl der russischen Darstellung entgegenzutreten als auch Verbündete bei der Stange zu halten. Moskau hat London jedoch vorgeworfen, eine Desinformationskampagne zu führen.

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Die Ukraine wehrt sich bereits seit über einem Jahr gegen die russische Invasion. Die Verluste sind dabei auf beiden Seiten hoch.
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(mit Material von dpa)