Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am Flughafen Köln/Bonn sucht die Polizei weiter nach den beiden flüchtigen Tätern. „Die Maßnahmen laufen, wir ermitteln“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Weitere Angaben zu den Ermittlungen machte der Sprecher nicht. Zwei Maskierte hatten den Geldtransporter am Mittwoch überfallen und einen Wachmann mit einem Schuss lebensgefährlich verletzt. Nach einer Notoperation befand sich der Mann am Mittwochnachmittag nicht mehr in Lebensgefahr. Die Räuber flüchteten vom Flughafen aus mit einem Koffer in einem schwarzen Auto. Im Kölner Stadtteil Porz setzten sie den Wagen in Brand. In dem ausgebrannten Autowrack entdeckten Ermittler später ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Ob die Räuber Geld erbeuteten, teilte die Polizei nicht mit.

Die „Rheinische Post“ veröffentlichte auf ihrer Website ein Video von der Flucht der Täter, das die Polizei als authentisch bezeichnete. Man sieht darauf, wie zwei Männer einen Koffer in einen schwarzen Audi laden und mit offener Kofferraumklappe wegfahren.

Der Fall weckt Erinnerungen an einen anderen Überfall vor einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt. Auch hier wurde ihr Fluchtfahrzeug wenig später in der Nähe brennend entdeckt. Nach Zeugenaussagen flüchteten die Täter zu Fuß. Auch damals machte die Polizei zur Menge des erbeuteten Geldes keine Angaben.

Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch: „Das war ein ähnlicher Modus Operandi, aber ob die beiden Taten in Zusammenhang stehen, das müssen die Ermittlungen ergeben.“ Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Niedersachsen sagte, es gebe bisher keinerlei Hinweise auf eine Beteiligung von ehemaligen RAF-Terroristen an dem Kölner Überfall vom Mittwoch. Das LKA in Hannover ermittelt federführend gegen die Ex-Terroristen wegen einer Serie von Raubüberfällen in Norddeutschland. Diese verliefen nach einem ähnlichen Muster.

Tweet des Flughafens Köln/Bonn

PM der Polizei

Video bei der Rheinischen Post

PM Polizei II