Keine Abkühlung in Sicht Tropische Nächte in Deutschland auch in den nächsten Tagen

Offenbach / DPA 01.08.2018

Millionen Menschen in Deutschland schlafen wegen der Hitze schlecht - und es wird nicht besser werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch für die zweite Wochenhälfte vielerorts mit sogenannten Tropennächten. Das heißt, dass die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad fallen.

Der Donnerstag beginnt tagsüber im Südosten und Osten noch mit kräftigen Gewittern. Das ist laut dem DWD-Meteorologen Thomas Ruppert allerdings nur der sprichwörtliche „Tropfen auf dem heißen Stein“.

Vor allem in östlich gelegenen Städten wie Berlin und Dresden werden die Nächte mit mindestens 21 Grad wieder warm. Bis zum Wochenende bleibt es vielerorts bei über 30 Grad am Tag und nicht weniger als 20 Grad in der Nacht. Dazu ist es anhaltend trocken.

Die geringste Abkühlung brachte die Nacht den Menschen in Berlin. Mit 24,4 Grad Tiefstwert an zwei Messstellen erlebte die Hauptstadt die wärmste Nacht seit 1905. Nach Berlin war laut Messungen der Pfälzerwald der zweitwärmste Ort in den Nachtstunden. Dort wurden an der Station Weinbiet 24 Grad als Untergrenze registriert. In Frankfurt/Main sanken die Temperaturen nicht unter 23,7 Grad.

Da sich zwischen den Gebäuden die Hitze staut, werden besonders Großstädter von warmen Nächten heimgesucht, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Zudem seien auch Orte in Mittellagen besonders von Tropennächten betroffen, da sie in wärmeren Luftschichten liegen.

Die Hitzewelle sei Auswirkung einer . „Seit April hat sich ein riesiges Hochdruckgebiet über Nordskandinavien bis in den nordrussischen Raum festgesetzt“, erklärte Friedrich. Dieses blockiere das wechselhaftere Wetter vom Atlantik, das es normalerweise in Mitteleuropa gebe.

„Die Zahl an Tropennächten hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, sagte Friedrich. Das sei ein . Der Deutschland-Rekord wurde allerdings noch nicht gebrochen. Im Juli 2007 wurde in Kubschütz in der Oberlausitz eine Tiefsttemperatur von 26,1 Grad gemessen.

Glühende Hitze, ausgetrocknete Flüsse, verdorrte Felder: Vor 15 Jahren, im August 2003, machte schon einmal eine dramatische Dürre vielen Bauern in Deutschland zu schaffen - und löste staatliche Soforthilfe aus. Mehr als 12.000 Betriebe brauchten rasche Unterstützung, um zahlungsfähig zu bleiben. Der Bund schloss nach Angaben des Agrarministeriums mit Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Vereinbarung und gab 36 Millionen Euro - insgesamt standen damit 72 Millionen Euro an Hilfen bereit.

In der aktuellen Dürrekrise fordert der Bauernverband Unterstützung von möglichst einer Milliarde Euro. Die Bundesregierung will erst nach Vorliegen der amtlichen Erntebilanz Ende August entscheiden, ob sie sich an möglichen Hilfen beteiligt. Dafür müssten Schäden von „nationalem Ausmaß“ festgestellt werden. Zuerst sind die Länder für Unterstützung in solchen Krisenfällen zuständig.

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