Heute ist Totensonntag, 22.11.2020. An diesem wird den Toten und Verstorbenen gedacht. Er ab morgen, 23.11.2020, darf weihnachtlich geschmückt werden, da das neue Kirchenjahr beginnt. Es handelt sich um einen stillen Feiertag, aber was bedeutet das? Ist es ein gesetzlicher Feiertag? Was ist seine Bedeutung?
Alle Infos rund um den stillen Feiertag, Grabschmuck und Gestecke sowie die Bedeutung im Überblick.

Ist der Totensonntag ein gesetzlicher Feiertag?

Der Totensonntag ist kein gesetzlicher Feiertag. Es ist ein normaler Sonntag und die Geschäfte haben die gewöhnlichen Sonntagsöffnungszeiten. In Bayern und einigen weiteren Bundesländern gilt der Totensonntag als stiller Feiertag.

Was ist heute an einem stillen Feiertag verboten?

An einem stillen Feiertag gibt es besondere Regeln. So gilt zum Beispiel in Bayern ein Tanzverbot. Dieses würde am 22. November um zwei Uhr morgens starten und bis um Mitternacht gelten. Aufgrund von Corona hat sich das in diesem Jahr jedoch ohnehin erledigt. Laute Musik ist ebenfalls nicht erlaubt.

Weitere stille Feiertage sind:

Weihnachtsbeleuchtung: Ab wann darf man weihnachtlich schmücken

Es wird nicht nur erst nach dem Totensonntag geschmückt, denn auch Weihnachtsmärkte öffnen ihre Tore erst nach diesem Tag. Dabei handelt es sich um ein ungeschriebenes Gesetz der christlichen Kirche. Mit dem Totensonntag endet das Kirchenjahr und es wird noch einmal den Verstorbenen angedacht. Erst im neuen Kirchenjahr darf mit der festlichen und fröhlichen weihnachtlichen Vorfreude begonnen werden.

Totensonntag 2020: Herkunft und Bedeutung

Der Totensonntag findet seinen Ursprung in der Religion. Für evangelische Christen ist dies ein Tag der Stille und des Gedenkens an die Verstorbenen. Eine der Traditionen sieht den Besuch des Friedhofs vor und das Anzünden von Grablichtern für die Verstorbenen.
1816 verordnete der König von Preußen – Friedrich Wilhelm III. – dass der letzte Tag des Kirchenjahres den Toten gelten sollte. So wurde der letzte Sonntag vor dem ersten Advent zum Totensonntag ernannt. Dieser Tag ist auch bekannt als Ewigkeitssonntag.

Totensonntag: Gestecke und Grabschmuck

Mit Blumen drücken Menschen ihre Gefühle aus. Freude, Dankbarkeit, aber auch Trauer und Erinnerung sind ein Grund für Blumen. So werden auch traditionell am Totensonntag die Gräber der Verstorbenen mit Grabgestecken verziert.
Bei der Verzierung zum Volkstrauertag und Totensonntag waren früher Nelken, Callas und weiße Lilien ein Zeichen der Trauer. Heutzutage wird eher saisonal dekoriert: Trockenblumen, Zapfen und Tannenzweige. Dies hat nicht nur einen hübschen Hintergrund, denn mit dieser Abdeckung ist das Grab außerdem in den Wintermonaten vor Kälte und Frost geschützt. Formen und Farben werden meist individuell ausgesucht, je nach eigenem Geschmack oder der Favoriten des Verstorbenen.

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Volkstrauertag: Gedenktag vor dem Totensonntag

Eine Woche vor dem Totensonntag ist der stille Feiertag Volkstrauertag. An diesem Tag gedenkt man den Gewaltopfern weltweit. Die genaue Bedeutung und Geschichte dieses Tages findet ihr in diesem Artikel ausführlich erklärt:

Andacht zu Corona-Zeiten

Normalerweise werden am Totensonntag die Namen der Verstorbenen vorgelesen. Dieses Jahr soll das das ganze in kürzeren Andachten stattfinden. Statt in der Kirche wird hierbei die Andacht auf den Friedhöfen selbst gehalten um den Abstand zu gewährleisten. Bitte informieren sie sich vorab bei ihrer Kirche bezüglich deren Vorschriften.