Amoklauf Tödliche Schüsse in US-Redaktion

Annapolis / Peter DeThier 30.06.2018
Ein Mann stürmt in Annapolis in eine Redaktion und tötet fünf Menschen. Der Tat ging ein Rechtsstreit mit der Zeitung voraus

Nach einem Amoklauf im Newsroom einer Tageszeitung in Annapolis (US-Staat Maryland) wurde der mutmaßliche Todesschütze Jarrod R. (38) wegen fünffachen Mordes angeklagt. Er hatte gegen 14 Uhr 30 Ortszeit am Donnerstag durch eine Glastür geschossen und drang dann in die Redaktionsräume der „Capital Gazette“ ein. Dort eröffnete er das Feuer und erschoss vier Redakteure sowie eine erst kürzlich eingestellte Verkaufsassistentin. Zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Mitarbeiter, die sich unter Schreibtischen versteckten und versuchten, durch Notausgänge zu flüchten, sprachen von „Horrorszenen“ und von einem „Kriegsschauplatz“.

Grund war ein Rechtsstreit

Sondereinheiten der Polizei trafen bereits nach 60 Sekunden am Tatort, eine Dreiviertelstunde außerhalb Washingtons, ein. Sie nahmen den Schützen fest. Der Amokläufer hatte keine  Papiere bei sich und konnte anhand von Gesichtserkennungstechnologie identifiziert werden. Ausgelöst wurde das Massaker offenbar durch einen Rechtsstreit mit der Zeitung. 2012 hatte der Mann die „Capital Gazette“ wegen eines Artikels verklagt, der beschreibt, wie er eine frühere Mitschülerin via E-Mail und Facebook belästigt haben soll. Die Klage wurde abgewiesen. R. schrieb mehrere Drohbriefe an die Redaktion. Der frühere Chefredakteur Tom Marquardt hatte gewarnt, dass „der Typ verrückt genug ist, um uns alle abzuknallen.“

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