Ein Lehrer hat vor dem Landgericht Stuttgart gestanden, seine Ehefrau getötet zu haben, um sein Vermögen den gemeinsamen Kindern zu geben. „Ich wollte das Erbe für meine Kinder sichern“, sagte der Angeklagte am Montag. Er habe aus „Notwehr“ gehandelt. Seine getrennt von ihm lebende Ehefrau habe einen „Angriff auf sein Privateigentum“ verübt, als sie ihn aufforderte, Unterhalt zu zahlen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutsch-Australier Mord vor. Mit einer Perücke verkleidet habe er seine von ihm getrennt lebende Frau im vergangenen November auf einem Parkplatz in Sindelfingen aus Habgier attackiert, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen.

Der Angeklagte schilderte die Tat so: Anfang November reiste er aus Australien, wo er zuletzt lebte, nach Deutschland. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, hatte er im Gepäck dabei - ebenso wie einen schwarzen Anzug für die Gerichtsverhandlung, mit der er zu dem Zeitpunkt bereits rechnete. In den folgenden Tagen spürte er das Haus seiner Ehefrau in Sindelfingen auf. In den frühen Morgenstunden des 5. Novembers wartete er vor ihrer Wohnung, um sie zu attackieren. Er trug eine Perücke, damit sie ihn nicht sofort erkennen konnte.

Nach eigenen Angaben zerrte der Mann die 57-Jährige aus ihrem Auto und stach auf sie ein: „Ich habe zugestochen, um sie zu töten.“ Passanten versuchten, den Täter aufzuhalten, doch der ließ erst beim Eintreffen der Polizei von seiner Ehefrau ab. Sie starb später im Krankenhaus.

Das gemeinsame Vermögen betrage umgerechnet etwa 2,5 Millionen Euro und stamme großteils aus dem Erbe seiner Eltern, sagte der Mann. Seine Frau war Miteigentümerin des Vermögens.

1984 war das Paar gemeinsam nach Australien ausgewandert. Dort unterrichtete der Angeklagte Physik und Naturwissenschaften an weiterführenden Schulen, seine Frau habe zeitweise als Erzieherin gearbeitet. In der Ehe habe es immer wieder Unstimmigkeiten gegeben, vor allem bezüglich der Kindererziehung. 2015 trennte sich die Frau von ihm und kehrte zurück nach Deutschland.

Der 60-Jährige sitzt in Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim. Mit seinen drei Kindern sei er nicht in Kontakt, sagte er. Es habe lediglich eine schriftliche Korrespondenz zwischen seinem ältesten Sohn und ihm gegeben. Das Gericht hat bislang sieben weitere Verhandlungstermin angesetzt.