Lawinen sind eine tödliche Gefahr, wie die Unglücke vom Wochenende zeigen. Dabei starben in Südtirol, den Dolomiten und in der Schweiz sowohl auf den Pisten als auch jenseits der Abfahrten fünf Menschen, obwohl nur eine mittlere Lawinengefahr bestand.

Deswegen ist es für Skifahrer und vor allem für Tourengeher wichtig, sich im Urlaub jeden Tag neu auf den Wintersport vorzubereiten. Vor allem Tourengeher und Skifahrer abseits der Pisten sollten dabei drei Punkte beachten:

  • Wetterlage
  • Ausrüstung
  • Eigene Verfassung

Wetterbericht und Schneelage prüfen

Gleich morgens vor dem Start auf die Piste sollte man den Lawinenbericht ansehen. Hier werden die aktuellen Gefahrenstufen für jede Alpenregion angezeigt. Die Skala reicht von 1 (gering) bis 5 (sehr groß). Auch das konkrete Risiko wird dort meist beschrieben. Ebenfalls wichtig ist der Wetterbericht. Denn vom Wetter hängt auch das Lawinenrisiko ab.

Nie ohne Sicherheitsausrüstung abseits der Pisten

Nach 18 Minuten sinkt die Überlebenschance von Lawinenopfern schnell. Deshalb sollte man bei Ausflügen abseits der Piste immer Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel als Grundausstattung dabei haben. Außerdem muss man wissen, wie man die Hilfsmittel im Ernstfall einsetzt. Man sollte auch nie alleine aufbrechen. Ein Lawinen-Airbag senkt zwar das Risiko, komplett verschüttet zu werden. Doch der Deutsche Alpenverein (DAV) betont, dass ein Airbag keine Lebensversicherung sei.

Eigene Fähigkeiten und Verfassung checken

Jeder sollte sich vor Beginn der Tour über die eigenen Grenzen im Klaren sein und zum Beispiel einschätzen können, ob er den anvisierten Hang sturzfrei fahren kann. Auch die Tagesform spielt eine Rolle. Ebenso sollte sich niemand von der Gruppe zu Dingen verleiten lassen, die er nicht beherrscht. Besser ist es, im Zweifel Gruppen zu bilden, in denen das Niveau ähnlich ist.

Das sind Warnzeichen für Lawinen abseits der Skipisten

Lawinenrisiken sind für Laien schwer einzuschätzen. Es gibt aber ein paar Warnzeichen, die Wintersportler unbedingt beachten müssen und bei denen man seine Tour abbrechen und sofort umkehren muss: Dazu zählen:

  • Wummernde Geräusche
  • Wenn Schnee am Hang spontan abrutscht
  • Wenn sich beim Betreten der Schneedecke Risse bilden

Das sind die fünf Warnstufen für Lawinen

Die Lawinengefahr wird nach einer fünfstufigen europäischen Gefahrenskala beurteilt:

  • Stufe 1 – Gering: Die Schneedecke ist stabil, allgemein sichere Verhältnisse.
  • Stufe 2 – Mäßig: Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt. Lawinenauslösung ist vor allem bei großer Zusatzbelastung etwa durch Skifahrergruppen oder Pistenfahrzeuge möglich.
  • Stufe 3 – Erheblich: Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung (Snowboarder, Schneeschuhgeher) vor allem an gefährdeten Steilhängen mit nur mäßig verfestigter Schneedecke möglich. Spontan (ohne menschliches Zutun) sind mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen zu erwarten.
  • Stufe 4 – Groß: Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Spontan können viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen abgehen.
  • Stufe 5 – Sehr groß: Spontan sind viele große Lawinen auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten.

Informationen zur aktuellen Lawinengefahr

Grundsätzlich gilt: Wintersportler sollten sich stets über die aktuelle Lawinengefahr in ihrem Skigebiet erkundigen. Zum einen informieren die Betreiber der jeweiligen Bergbahnen in den Skigebieten alle Skifahrer, die auf Pisten unterwegs sind. Zum anderen gibt es für Tourengeher und Sportler, die auch jenseits der Pisten unterwegs sind, Webseiten. Hier eine Auswahl für verschiedene Urlaubsländer:

„Die Lawinenlageberichte sind für Wintersportler, die abseits der Piste unterwegs sind“, heißt es beim DAV. In den Skigebieten seien die Betreiber der Bergbahnen und Lifte für die Sicherheit verantwortlich.

Die Notrufnummer für die Bergrettung notieren

Wenn etwas passiert ist, sollte man stets die Notrufnummer für die Bergrettung im Kopf haben. Nach Angaben des DAV gilt der kostenlose Notruf 112 für Menschen in Notsituationen in allen EU-Mitgliedsstaaten. Mit dem so genannten Euronotruf erreicht man die Notrufzentralen der Rettungsdienste, Feuerwehr oder Polizei. Auch alle Bergsportler können die Nummer 112 wählen.

Es gibt aber auch Telefonnummern, mit denen man direkt die Rettungsdienste vor Ort erreicht. Beim Deutschen Alpenverein gibt es eine Übersicht mit den Notrufnummen der jeweiligen Alpenländer und Regionen.