Gouloumbou Tödliche Gefahr im Fluss: Nilpferde greifen Fischer im Senegal an

Wenn sie Junge hat, ist sie aggressiv: Nilpferdmutter und -kind.  
Wenn sie Junge hat, ist sie aggressiv: Nilpferdmutter und -kind.   © Foto:  
Gouloumbou / AFP 07.06.2016
Flusspferde werden in Senegal zur Plage. Sie töten oder verletzen Fischer und auch Dorfbewohner. Die Folge: Der Fischfang geht zurück.

Die blutigen Verbände an beiden Beinen lassen erahnen, wie schwer die Verletzungen sind. Ein Flusspferd hat den senegalesischen Fischer Ali Fall angegriffen. „Ich wollte gerade mit einem Kollegen die Netze einholen, als das Nilpferd unser Boot umwarf. Mein Freund entkam, aber mich biss es erst ins linke und dann ins rechte Bein“, erzählt der 25-Jährige in seinem Krankenhausbett. „Das war bereits der zweite Angriff, das erste Mal wurde ich 2014 attackiert.“

Der Fischer stammt aus Gouloumbou, einem Dorf im Osten Senegals. Nicht erst seit dem jüngsten Angriff herrscht unter den Einwohnern riesige Angst vor den tonnenschweren Säugetieren. In den vergangenen zehn Jahren seien 25 Fischer von Flusspferden getötet worden, sagt der Dorfvorsteher Abdoulaye Barro Watt.

Von seinem Büro blickt Watt direkt auf den Fluss, auf dem die Fischer bei ihrer Arbeit ihr Leben riskieren. Fischen ist eine der wenigen Verdienstmöglichkeiten in der Gegend.

Abdoulaye Sarr und Moussa Bocar Gueye sind eigentlich auch Fischer, aber nun trauen sie sich mit ihren Einbaum-Booten nicht mehr auf den Fluss. „Da draußen sind böse Monster, die uns Tag und Nacht angreifen“, sagt Sarr. „Vor drei Wochen haben wir zuletzt gefischt“, sagt Gueve. „Jetzt gibt’s auf dem Markt keinen Fisch mehr zu kaufen.“

In den Sümpfen und Gewässern rund um Gouloumbou leben viele Flusspferde. Die bis zu 4000 Kilo schweren Vegetarier verbringen viel Zeit im Wasser, um ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Flusspferde sind leicht zu irritieren und ein aufgebrachtes Tier wird mit seinem massigen Körper und seinem gewaltigen Maul zu einer tödlichen Gefahr. In Gouloumbou gefährden die Flusspferde auch die Frauen und Kinder im Dorf. „Ich habe Angst, dass sie angreifen“, sagt Aminata Sy, während sie Wäsche im Fluss wäscht. „Deshalb habe ich den Blick immer aufs Wasser gerichtet.“ Die Kinder, die in der Nähe schwimmen, lässt sie nicht aus den Augen.

Die Fischer und der Dorfvorsteher haben die Regierung um Hilfe gebeten. Sie fordern Motorboote, in denen sie besser geschützt sind. Das Fischereiministerium versprach, 20 solcher Boote zu  schicken.

In der Erinnerung der Dorfbewohner waren die Flusspferde nicht immer ihre Feinde. „Früher haben wir sogar mit ihnen gespielt“, erinnert sich Watt, „da waren sie harmlos“.

Die Tiere seien im Frühling besonders aggressiv, wenn sie ihre Jungen bekommen haben, heißt es im Fischereiministerium. Der Fischer Sarr hat eine andere Erklärung für den Wandel: Ein Fischer aus Mali habe das Dorf 2007 nach einem Streit verflucht . . .

Löwen im Vergleich

Zahlen Flusspferde töten in Afrika jedes Jahr mehr Menschen als Löwen oder Tiger. Doch gejagt werden dürfen sie nicht: Nilpferde stehen im Senegal unter Artenschutz.

Zahlen Nil- oder Flusspferde töten in Afrika jedes Jahr mehr Menschen als Löwen das tun. Genaue Zahlen liegen nicht vor, da Attacken und Unfälle nicht zentral erfasst werden. Gejagt werden dürfen die bis zu 4000 Kilogramm schweren Tiere nicht, sie stehen unter Artenschutz. afp

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